Cosy Crime am Wolfgangsee
Hilda Mooslechner hat nur noch drei Jahre bis zu ihrer Pensionierung. Sie ist mit ihrem Job verheiratet. Genau deshalb gefällt es ihr gar nicht, dass sie sich aufgrund eines Bandscheibenvorfalls einer Kur am Wolfgangsee unterziehen muss. Schnell findet sie dort Anschluss an drei andere Mitpatientinnen. Doch dann wird in der Kuranstalt eine Leiche gefunden. Sofort geht mit Hilda das Ermittlerinstinkt durch. Sie forscht auf eigene Faust. Wird sie den Fall vor oder mit den ortsansässigen Kollegen lösen? Viel Lokalkolorit Während einer eigenen Kur am schönen Wolfgangsee entsteht bei Angela Szivatz die Idee für diesen netten Cosy Crime Krimi. Sie ist sehr bemüht, viel österreichischen Flair im Roman unterzubringen. Der gute bildhafte Schreibstil vermittelt sehr viel Authentizität. Da ich selbst dort schon Urlaub gemacht habe, konnte ich viele beschriebene Örtlichkeiten wiedererkennen. Das zweite eingesetzte Mittel, um viel "Österreich" miteinzubringen, ist das vermehrte Erwähnen von typischen kulinarischen Genüssen. So findet sich neben Salzburger Nockerl auch der typische Zirbenschnaps im Geschehen. Allerdings war ich doch sehr verwundert, dass hier in einer Kuranstalt tatsächlich auch alkoholische Getränke ausgeschenkt wurden.Die dritte Säule im Roman viel Authentizität zu vermitteln, ist zwar sehr effektiv, mir war sie allerdings etwas zu oft angewandt. Es geht um die Verwendung typischer Ausdrücke, die man im österreichischen Dialekt findet. Dazu gibt es zwar am Ende einen extra Fremdwörterglossar zum Nachschlagen, aber mir waren es dann doch etwas zu viele typischen Sprachausdrücke und haben den Lesefluss etwas ausgebremst. Gelungene Protagonistenwahl Hilda ist ein starker weiblicher Hauptcharakter, die durchaus Ecken und Kanten hat.Auch die Freundinnen, auf die sie am Wolfgangsee trifft, haben jede für sich so ihre Eigenheiten, die aber durchaus gut platziert wirken in diesem Cosy Crime Roman. Besonders witzig ist auch die Namensauswahl für den vorkommenden Pathologen, der Ferdinand Sargnagel heißt.Im Leseverlauf erfährt man auch einiges über das Opfer, was zum unsympathischen Eindruck, der einem vermittelt werden soll, passt. Geschickt konstruiert Dem Roman geht ein Prolog voraus, allerdings dauert es doch etwas bis man das zunächst zusammenhanglos Wirkende, richtig ins Geschehen einfügen kann.Angela Szivatz legt für den Leser mehrere Spuren, wer oder was genau hinter dem Leichenfund stecken kann. Manche Spuren werden dann recht schnell als Sackgasse aufgedeckt, aber so bleibt die Spannung während dem Lesen erhalten.Das Ende ist schlüssig, war mir persönlich, aber etwas zu schwammig. Hier hätte ich mir gerne etwas Handfesteres am Ende gewünscht.Das Cover ist eine seht bunt gestaltete Szene, die fast schon etwas kitschig wirkt, aber letztlich gut zu diesem Cosy Crime Fall passt. Fazit: Auch wenn mich das Ende etwas enttäuscht hat, kann man hier dennoch von einem soliden Cosy Crime Roman reden. Der Leser ist gut unterhalten, weil die Spannung stets aufrechterhalten wird. Am Ende werden kurz eingeblendete kursiv hervorgehobene vergangene Szenen aufgelöst und man versteht, warum sie im Roman verteilt waren.