Für einen Jugendthriller sicherlich okay, wer aber oft Thriller liest, kommt hier nicht auf seine gewohnte Spannung
Der Thriller ist mit seinen knapp 180 Seiten recht kurz, dementsprechend eng ist auch die Handlung gezogen. Wir lernen die Jugendlichen schnell kennen und ihre Konstellation ist ebenso realistisch wie klischeereich. Leider bleiben allesamt aber sehr flach und man kann nicht richtig mitfiebern. Nachdem Ralf als selbsternannter Bergkenner zu einer geheimen Wanderung animiert, folgt ihm die heterogene Gruppe mehr oder weniger bereitwillig. Schnell wird der Gruppenzwang deutlich. Wie erwartet, werden sie von einem Unwetter überrascht, dass sich auf der Zugspitze natürlich anders gestaltet als im Tal. Ohne gescheite Ausrüstung oder genügend Proviant landen sie in einer Hütte und müssen dort mehrere Tage ausharren. Es gibt viele Streitereien, Züge von Mobbing und typisches pubertäres Gehabe von Jungen. Die Stimmung wird ganz gut eingefangen auch wenn es sich für mich manchmal etwas gezogen hat. Letztlich verschwindet Ralf und man findet Blut an Tim womit er Hauptverdächtiger wird. Die Jugendlichen hetzen sich gegeneinander auf. Am Ende klärt sich alles recht simpel und logisch auf und es wird klar, dass das ganze Drama unnötig war.Der Schreibstil ist in Ordnung, auch wenn man merkt, dass dieser Roman an eher unerfahrene Leser gerichtet ist. Gefühlt jedes Kapitel endet mit Worten im Stil von: "Tim dachte, es könne nicht schlimmer kommen. Da wusste er noch nicht, dass er sich gewaltig geirrt hat..." Ein paar Mal ist das nett, so hat es auf mich aber sehr inszeniert gewirkt. Trotzdem kann man den Roman flüssig und schnell weglesen. Es war jedoch eher ein Abenteuer, als ein Thriller - ein Verbrechen sucht man nämlich vergeblich...