Schön, dass es solche Bücher noch gibt
Das Buch ist m.E. für junge Leser an der oberen Grenze von Young Adult konzipiert und trifft dort ins Schwarze. Es geht darum, wie die Abnabelung aus dem Elternhaus gelingen kann, genauer gesagt um jenen Moment, wo wir zum ersten Mal den Mut haben, zu sagen: Ich mach das jetzt! Obere Grenze YA deshalb, weil die Protagonistin ein Handicap hat und sich dadurch erst etwas später aus der Behütetheit löst, als die meisten Jugendlichen. Aber Generation Z ist sowieso etwas anders drauf, als frühere Generationen, daher passt das richtig gut.Gekonnt gemacht ist in meinen Augen die Kombination "Nicht ganz Realität, aber auch nicht blanke Mystik". Diese Tage, wo wir uns von den Eltern emanzipieren, haben etwas Magisches, und die Antriebe, warum wir es dann tatsächlich tun, haben viel mit Intuition und Projektion zu tun. Die Realität holt uns später von ganz allein wieder auf den Boden zurück, aber wir stehen dann woanders. Der Roman schildert das ganz wunderbar.Ein Punkt Abzug, weil das Ende m.E. etwas zu dick aufträgt;. Das hätte man wohl auch dezenter hinbekommen können, dann würde der Leser das ganz natürlich akzeptieren. Jenseits dieses kleinen Schönheitsfehlers ist das Buch wirklich liebevoll geschrieben, bezaubernde weiche Sprache und interessante Figuren. Ich fühlte mich an die Magie meiner eigenen Jugend erinnert.