Viel Cosy, wenig Crime
Kati Blum, Schwiegertochter einer alteingesessenen Juweliersfamilie gerät während einer glamourösen Bayreuther Weihnachtsfeier in die Fänge zweier als Bären verkleideten Ganoven. Diese sind auf der Suche nach wertvollen Edelsteinen, von dessen Existenz Kati aber nichts weiß.Als Hausmeister Richard spurlos verschwindet und auch dieser Vorfall mit den beiden Maskierten zusammenzuhängen scheint, beschließt sie, den Fall selbst in die Hand zu nehmen und dem ganzen auf die Spur zu gehen.Ihre Ermittlungen führen sie quer durch Deutschland, wo sie auf jede Menge Menschen trifft, die ihr mal mehr- mal weniger wohlgesonnen sind. Wird es ihr gelingen, den Fall zu lösen? Was hat ihr verstorbener Ehemann Thorsten mit der ganzen Sache zu tun, vertraut sie den richtigen Leuten und könnte sie selbst das nächste Opfer sein? *********************************************** Dieser erste Teil der aktuell 10 Bände umfassenden Kati-Blum-Reihe spielt zur Winter-/ Weihnachtszeit und Birgit Gruber gelingt es sehr gut, diese Atmosphäre durch ihren detailverliebten, bildlichen Schreibstil einzufangen.In der gesamten Geschichte herrscht eine wohlige Stimmung, weihnachtliches Flair und ein ruhiger Grundtenor. Durch den flüssigen Schreibstil fliegt man quasi durch die Geschichte.Der Krimianteil ist gering, aber trotzdem rätselt man mit, wie alle Vorkommnisse miteinander verwoben sind, fragt sich, ob Katis Ehemann ein falsches Spiel gespielt hat, wer der geheimnisvolle Dominik ist, mit dem dieser in Kontakt stand, und warum nun auch Katis beste Freundin ins Visier der Verbrecher gerät.Die Spannung ist eher unterschwellig, lässt einen aber an der Geschichte dranbleiben, weil man die Zusammenhänge begreifen möchte.Zugegeben, ich habe einige Zeit gebraucht, um mit Kati warm zu werden. Ich habe nur schwer Zugang zu ihr gefunden, weil sie oft, trotz ihrer mehr als 30 Jahre, sehr naiv, albern und unreif wirkt. In manchen Szenen konnte ich nur den Kopf über ihr Verhalten schütteln, da sie sich selbst während des Roadtrips mehr als einmal in Gefahr bringt und oftmals wirklich unreflektiert ist. Sie vertraut (zu) schnell, ohne Dinge zu hinterfragen. Während eines kurzen Zwischenstopps trifft sie auf den geheimnisvollen Anhalter Lars, der sie auf ihrer weiteren Ermittlungsreise begleitet und mit dem sie sich einen ständigen Schlagabtausch liefert, bei dem aber auch hin und wieder ihre Hormone etwas mit ihr durchgehen.Letzten Endes müssen sowohl wir Leser als auch Kati herausfinden, ob Lars wirklich der ist, der er vorgibt zu sein, oder ob auch er mit den Verbrechen in Verbindung steht.Im Laufe der Geschichte hab ich dann aber von Seite zu Seite mehr Sympathie für Kati empfunden. Sie ist zwar immer etwas verpeilt, aber dennoch lieb und merklich um ihre Mitmenschen bemüht.Besonders gern mochte ich die Nebenfiguren dieser Geschichte- die Köchin Maria, die süße ältere Dame Gertrude, auf die Kati während ihrer Ermittlungen trifft, und ihre beste Freundin, Friseurin Nina.Wer einen Krimi mit doppeltem Boden und Hintertür sucht, der wird hier wohl nicht fündig werden, wer aber locker leichte Lektüre mit Wohlfühlatmosphäre und einer Spur Humor mag, garniert mit ein bisschen Liebe und Knistern, kommt hier auf seine Kosten. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine erneute Begegnung mit Kati und all den anderen liebgewonnenen Charakteren im Folgeband ¿Eine Herausforderung zum Küssen¿.