Nervös und nicht wissend was sie erwartet, reist die 30 jährige Anna Zaugg, Schweizer Außenministerin und Mutter dreier Kinder, zu ihrer ersten internationalen Friedenskonferenz nach Dubai. Es werden noch 9 weitere in den folgenden Jahren in verschiedenen Stätten
folgen, wo sie schon bald neue Frauen treffen und mit ihnen Freundschaften schließen wird. Es sind die ersten Jahre, wo es keinen Krieg mehr auf der Welt gibt. Ein tödliches Virus, das von Männern erschaffen wurde und dafür gedacht war den Feind zu vernichten, hat nämlich so gut wie alle Jungen und Männer dahin gerafft und plötzlich mussten die Frauen nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben aller anderen Menschen auf der Welt neu ordnen und strukturieren.
Der Roman ,,Weltfrieden" zeigt ein Szenario auf, wie es sein könnte, wenn Frauen an der Macht sind. Der Autor Daniel Rose spielt dabei mit den Gedankengängen seiner Leser auf eine ganz besondere Art und Weise.
Es ist eine Geschichte der leisen Worte, wo die Stille zum Nachdenken anregt, da er immer wieder schöne und fast schon philosophisch angehauchte Sätze einfließen lässt, wo man als Leser inne halten und auch für sich selbst Gedanken dabei finden kann, die einen berühren.
Ob oder wie die Welt nur mit Frauen funktionieren kann oder ob sie eine bessere wäre kann man natürlich nicht sagen. Aber in der Geschichte funktioniert es, da für sie alle Menschen gleich sind und jeder wichtig ist. Jedes Kind hat Zugang zur Schulbildung, jede Frau kann das tun was sie gerne möchte, egal ob sie in die Forschung gehen möchte, oder Wissenschaftlerin sein möchte. Dabei hat der Autor auch immer wieder Frauen aus der früheren Geschichte erwähnt, die tatsächlich gelebt haben und die großes geleistet haben, aber deren Erfolge von den Männern nicht anerkannt wurden oder sie im Verborgenen weiter gearbeitet haben.
Der Ablauf der Geschichte mit den 10 Reisen verläuft im Grunde immer nach den selben Schema ab, wo für mich mit der Zeit ein wenig die Konzentration nachgelassen hat. Nach der Eröffnung der Konferenz und einer Rede, treffen sich später die Frauen immer in einer landestypischen Sauna, wo sie den Tag ausklingen lassen. Da hätte ich mir ein wenig Abwechslung gewünscht, dass z.b einmal eine Bergwanderung statt findet oder ein gemeinsames Picknick an einem Waldsee....
Die Geschichten, die die Teilnehmerinnen erzählen sind zumeist berührend und erschütternd, aber sie zeugen davon, dass für niemanden in dieser neuen Welt aufgeben eine Option ist, denn sie wissen, dass sie gemeinsam vieles schaffen können.
Die Gedankengänge von Anna ob ihres Sohnes Jonas gehen einem nahe beim Lesen, da sie ständig damit rechnen muss, dass eines Tages das Virus auch ihm das Leben kosten wird und so genießt sie jeden Augenblick, den sie mit ihm verbringen kann. Dabei schafft es der Autor, dass selbst in traurigen Momenten ein Humor zu spüren ist, der die Geschichte für den Leser leichter macht und man sich einen Weltfrieden nur wünschen kann.