Alles ist wahr

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Der internationale Bestseller jetzt auf Deutsch: Der neue Roman des Autors von >Limonow<
Dieses Buch, in dem »alles wahr« ist, handelt von Leben und Tod, Krankheit, extremer Armut, Gerechtigkeit, vor allem aber von Liebe. Es erreicht das, wonach Lite … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Alles ist wahr
Autor/en: Emmanuel Carrère

EAN: 9783882214055
Format:  EPUB
Übersetzt von Claudia Hamm
Matthes & Seitz Verlag

15. Februar 2014 - epub eBook - 247 Seiten

Beschreibung

Der internationale Bestseller jetzt auf Deutsch: Der neue Roman des Autors von >Limonow<
Dieses Buch, in dem »alles wahr« ist, handelt von Leben und Tod, Krankheit, extremer Armut, Gerechtigkeit, vor allem aber von Liebe. Es erreicht das, wonach Literatur sucht: Es erschafft Realität neu.
Alles ist wahr: 2004 wurde Emmanuel Carrère Zeuge der Tsunami-Katastrophe. In den Trümmern des Desasters lernte er ein junges Paar kennen, dessen Tochter von der Welle fortgerissen wurde. Carrère kümmert sich um die verwaisten Eltern - und beginnt ihre Geschichte zu schreiben. Zurück in Paris, umlagert das Unglück weiter Carrères Leben: Seine Schwägerin stirbt und lässt drei Kinder zurück. In der Trauer blitzen Erinnerungen auf, fl ießen Erzählungen von Freunden und Verwandten zusammen, die Hoffnung und Stärkung verheißen.
Carrère gibt den großen und kleinen Katastrophen ein Gesicht und zeichnet das Schicksal anonymer Helden nach, dabei ist sein Schreiben immer präzise und ergreifend, ohne rührselig zu werden. Voller Menschlichkeit führt er verschiedene Ereignisse zusammen und gibt ihnen Bedeutung und Tiefe.

Portrait

Emmanuel Carrère, geboren 1957, lebt als Schriftsteller, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor in Paris. 2010 war Carrère, dessen Dokumentarfilm 'Rétour à Kotelnitch' 2003 auf dem Filmfest Venedig gefeiert wurde, Jurymitglied bei den Filmfestspielen in Cannes.
Für 'Limonow' wurde er 2011 mit dem Prix Renaudot und dem Prix de la langue française ausgezeichnet.

Leseprobe

Ich weiß noch, dass Hélène und ich in der Nacht vor der Welle davon gesprochen haben, uns zu trennen. Das Ganze war nicht kompliziert: Wir wohnten nicht unter einem Dach, hatten keine Kinder miteinander, wir konnten uns sogar vorstellen, Freunde zu bleiben. Trotzdem war es traurig. In unserer Erinnerung gab es eine andere Nacht, kurz nach unserer ersten Begegnung. Wir hatten sie bis zum Morgen damit verbracht, uns immer wieder daran zu begeistern, dass wir uns gefunden hatten, dass wir für den Rest unseres Lebens zusammenbleiben wollten, gemeinsam alt werden würden, vielleicht sogar eine Tochter miteinander haben könnten... Später haben wir tatsächlich ein Mädchen bekommen; in dem Moment, da ich das schreibe, hoffen wir noch immer, gemeinsam alt zu werden, und wir mögen die Vorstellung, das alles von Anfang an gewusst zu haben. Doch auf diesen Anfang war erst einmal ein schwieriges, chaotisches Jahr gefolgt, und was uns im Herbst 2003 im Rausch unserer heftigen Verliebtheit gewiss schien und was uns jetzt, fünf Jahre später, wieder gewiss scheint oder zumindest wünschenswert, kam uns in der Weihnachtsnacht 2004 in unserem Bungalow des Hotels Eva Lanka ganz und gar nicht mehr sicher vor und auch nicht erstrebenswert. Wir waren vielmehr überzeugt, dass dieser Urlaub der letzte war, den wir miteinander verbringen würden, und dass er trotz unserer gutwilligen Bemühungen ein Fehler war. Rücken gegen Rücken gekehrt lagen wir da und wagten nicht, unsere erste Nacht und das Versprechen zu erwähnen, an das wir beide so inbrünstig geglaubt hatten und das sich offensichtlich nicht würde halten lassen. Es gab keine Feindseligkeit zwischen uns, wir schauten uns nur gegenseitig hilflos dabei zu, wie wir voneinander weg drifteten. Es war schade. Ich grübelte wieder über meine Liebesunfähigkeit, die sich umso deutlicher abzeichnete, als H&eacut
e;lène wirklich liebenswert war. Ich dachte daran, dass ich wohl allein alt werden würde. Hélène dachte an etwas anderes: an ihre Schwester Juliette, die kurz vor unserer Abfahrt wegen einer Lungenembolie ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Sie hatte Angst, dass Juliette schwer krank war und dass sie sterben könnte. Ich wandte ein, dass diese Angst irrational sei, doch sie hielt Hélènes Gedanken bald vollständig besetzt, und ich nahm ihr übel, sich dermaßen von etwas einnehmen zu lassen, das mir keinerlei Rolle zubilligte. Sie ging auf die Terrasse des Bungalows, um eine Zigarette zu rauchen. Ich wartete im Bett auf sie und sagte mir, wenn sie bald zurückkommen und wir miteinander sachlafen würden, würden wir uns vielleicht nicht trennen, würden wir vielleicht doch miteinander alt werden. Aber sie kam nicht wieder, sie blieb allein auf der Terrasse und sah zu, wie der morgendliche Himmel langsam dämmerte, hörte die ersten Vogelstimmen, und ich schlief ein, einsam und traurig, überzeugt davon, dass mein Leben immer weiter den Bach runterging.

Wir hatten uns alle vier, Hélène mit ihrem Sohn und ich mit meinem, für einen Tauchkurs in einem kleinen Club im Nachbardorf angemeldet. Aber seit dem letzten Mal hatte Jean-Baptiste Ohrenschmerzen und wollte nicht tauchen gehen, und wir waren müde von unserer durchwachten Nacht und beschlossen, die Stunde abzusagen. Rodrigue, der einzige, der wirklich Lust darauf hatte, war enttäuscht. Du kannst doch im Swimmingpool baden, schlug Hélène vor. Doch er hatte genug vom Swimmingpool. Er wollte wenigstens zum Strand unterhalb des Hotels begleitet werden, an den er nicht allein durfte, weil es dort gefährliche Strömungen gab. Doch keiner mochte mit ihm gehen, weder seine Mutter noch ich noch Jean-Baptiste, der lieber im Bungalow lesen wollte. Jean-Baptiste war dam
als dreizehn, ich hatte ihm diese Ferien mit einem viel kleineren Jungen und einer Frau, die er kaum kannte, mehr oder weniger aufgezwungen, seit dem Beginn der Reise langweilte er sich und ließ uns das spüren, indem er den Stubenhocker spielte. Als ich ihn entnervt fragte, ob er nicht froh sei, in Sri Lanka zu sein, antwortete er mürrisch, doch, er sei froh, aber es sei zu heiß und das Beste sei immer noch, im Bungalow zu lesen oder Gameboy zu spielen. Im Grunde war er ein typisch vorpubertäres Kind und ich ein typischer Vater eines vorpubertären Kindes, und ich ertappte mich dabei, ihm fast wortwörtlich dieselben Dinge zu sagen, die mich selbst in seinem Alter zur Weißglut gebracht hatten, wenn ich sie aus dem Mund meiner Eltern vernahm: Geh doch mal raus, sei ein bisschen neugieriger, wozu nehme ich dich überhaupt so weit mit ... Vergeblich. Er verzog sich in seine Höhle, und der alleingelassene Rodrigue begann, sich im Kreis zu drehen und Hélène zuzusetzen, die in einem Liegestuhl ein bisschen Schlaf nachzuholen versuchte, neben einem riesigen Meerwasser-Pool, in dem eine betagte, aber unglaublich athletische Deutsche, die Leni Riefenstahl ähnlich sah, jeden Morgen zwei Stunden lang ihre Runden drehte. Meine Liebesunfähigkeit beschäftigte weiter mein Selbstmitleid, und ich setzte mich ab, um mich bei den Ayurveden herumzutreiben – so nannten wir eine Gruppe von Deutschschweizern, die ein paar auf dem Hotelgelände etwas abgelegenere Bungalows bewohnten und einem Yoga-Seminar und traditioneller indischer Massage nachgingen. Wenn sie sich nicht gerade in einer Sitzung mit ihrem Meister befanden, übte ich manchmal ein paar Asanas mit ihnen. Dann kam ich an den Pool zurück; man hatte die letzten Frühstücksgedecke abgeräumt und begonnen, die Tische fürs Mittagessen herzurichten, bald würde sich die quälende Frage stellen, was wir mit dem
Nachmittag anfangen sollten. Drei Tage nach unserer Ankunft hatten wir bereits den Tempel im Regenwald besichtigt, die Äffchen gefüttert, die liegenden Buddhas gesehen – wenn wir uns nicht in ehrgeizigere Kulturerkundungen stürzen wollten, was keinen von uns reizte – und die Möglichkeiten des Ortes ausgeschöpft. Oder wir hätten zu der Art von Leuten gehören müssen, die tagelang durch ein Fischerdorf schlendern und sich für alles begeistern können, was die Einheimischen so tun: den Markt, die Flicktechniken für Fischernetze und Gemeinschaftsrituale jeder Art ... Ich gehörte nicht dazu und warf mir vor, es nicht zu tun und meinen Söhnen nicht diese großzügige Neugier weitergeben zu können, diese Genauigkeit im Blick, die ich zum Beispiel an Nicolas Bouvier bewundere. Ich hatte Der Skorpionsfisch mitgenommen: In diesem Buch erzählt der Reiseschriftsteller Bouvier von einem Jahr, das er in Galle verbrachte, einer großen Festung an der Südküste der Insel, etwa dreißig Kilometer von dem Ort entfernt, an dem wir uns befanden. Anders als sein berühmtester Reisebericht Die Erfahrung der Welt ist Der Skorpionsfisch kein Buch der Verzückung und des Überschwangs, sondern eines des Zusammenbruchs, Verlusts und eines schon fortgeschrittenen Verfalls. Ceylon wird darin als Bann beschrieben, und zwar im perfiden Sinn des Wortes und nicht dem, wie ihn Reiseführer für coole Rucksackreisende und Jungverheiratete benutzen. Leider hatte Bouvier seinen scharfen Verstand nicht dagelassen, und unser eigener Aufenthalt, mochte man ihn als Hochzeitsreise oder Aufnahmeprüfung für eine mögliche Familienzusammenführung verstehen, war missglückt. Auf eine laue Weise missglückt, ohne Tragik und ohne Risiko. Es drängte mich langsam wieder nach Hause. Als ich den von Bougainvilleen überwuc
herten Empfangsbereich mit den Lichtgaden betrat, stieß ich auf einen Hotelgast, der sich darüber empörte, ein Fax nicht versenden zu können. Stromausfall. An der Rezeption hatte man ihm von irgendeinem Ereignis im Dorf berichtet, einem Unfall, welcher der Grund für den Stromausfall sei, aber er hatte die Erklärungen nicht richtig verstanden und hoffte nur, das Ganze würde nicht lange dauern, denn sein Fax war sehr dringend. Ich ging zu Hélène, die nicht mehr schlief, und sie sagte mir, etwas Seltsames sei im Gange.

Das nächste Bild zeigt eine kleine Gruppe von Hotelgästen und Hotelpersonal, sie drängt sich am Ende des Parks auf einer Terrasse über dem Ozean. Auf den ersten Blick ist merkwürdigerweise nichts zu bemerken. Alles scheint ganz normal. Dann zieht man Bilanz. Man stellt fest, dass das Meer sehr weit draußen beginnt. Normalerweise ist der Strand von der Wasserkante bis zum Fuß der Felsen etwa zwanzig Meter breit. Jetzt erstreckt er sich, soweit das Auge reicht, grau, flach und flimmernd unter der verhangenen Sonne, man könnte meinen, man sei bei Ebbe am Mont Saint-Michel. Man erkennt auch, dass er mit Dingen übersät ist, deren Größe im ersten Moment nicht abzuschätzen ist. Ist dieses krumme Stück Holz ein abgerissener Ast oder ein Baum? Vielleicht sogar ein sehr großer Baum? Ist dieses zersplitterte Boot etwas Größeres als ein Boot? Ein Schiff etwa, ein Trawler, der wie eine Nussschale angespült und zerschmettert wurde? Nicht ein Geräusch ist zu hören, kein Windhauch bewegt die Wedel der Kokospalmen. Ich erinnere mich nicht an die ersten Worte, die in der Gruppe, der auch wir uns zugesellt hatten, gesprochen wurden, aber irgendwann hat einer gemurmelt: Two hundred children died at school, in the village.

Auf einem Felsen über dem Ozean erbaut wirkt da
s Hotel wie eingehüllt in die üppige Pflanzenpracht seines Parks. Geht man durch das von einem Wächter behütete Gittertor, erreicht man über eine Betonrampe die Küstenstraße. Am Ende dieser Rampe stehen normalerweise Tuk-tuks: Motorräder mit Dachplane und Rückbank, auf der man zu zweit, eng zusammengerückt auch zu dritt Platz findet und mit denen man kleinere Strecken bis zehn Kilometer zurücklegen kann, für längere Wege bestellt man sich ein Taxi. Heute sind keine Tuk-tuks zu sehen. Hélène und ich laufen zur Straße hinunter in der Hoffnung zu begreifen, was vor sich geht. Es scheint etwas...


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