Düster, intensiv und emotional fordernd ¿ kein Cosy Crime mehr, sondern ein Fall, der lange nachhallt.
<p data-end="811" data-start="610">Ehrlicherweise hatte dieser dritte Band für mich kaum noch etwas von einem klassischen Cosy Crime - und genau das hat ihn gleichzeitig zum bisher intensivsten und verstörendsten Fall der Reihe gemacht.<p data-end="1188" data-start="813">Zwischendurch war ich tatsächlich versucht, das Buch zur Seite zu legen. Nicht, weil es mich nicht gepackt hätte - ganz im Gegenteil. Manche Szenen, Gedanken und Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt des Täters waren so intensiv und teilweise verstörend, dass ich kurz innehalten musste. Doch meine Neugier und der Drang, die Wahrheit zu erfahren, waren am Ende stärker.<p data-end="1475" data-start="1190">Durch Rückblenden in eine viele Jahre zurückliegende Tat entfaltet sich nach und nach ein erschütterndes Bild von Schweigen, Wegsehen, verdrängter Schuld und den Folgen einer Kindheit, die tiefe Wunden hinterlassen hat. Besonders stark fand ich dabei die Frage, die über allem schwebt:<p data-end="1531" data-start="1477">Kann ein Mensch gleichzeitig Opfer und Täter sein?<p data-end="1805" data-start="1533">Denn genau das macht dieses Buch für mich so besonders. Das Kind von damals war eindeutig Opfer. Der Erwachsene, der daraus wurde, trägt jedoch Entscheidungen in sich, die ihn zum Täter werden lassen. Oder vielleicht war er innerlich nie etwas anderes als beides zugleich.<p data-end="2153" data-start="1807">Lange bleibt offen, ob es in der Gegenwart überhaupt ein Verbrechen gab oder ob alles nur wie ein tragischer Unfall wirkt. Auch dadurch bleibt die Spannung bis zuletzt erhalten. Die Auflösung ist intensiv, schmerzhaft und zeigt einmal mehr, dass die Vergangenheit niemals einfach verschwindet - sie findet ihren Weg ans Licht, früher oder später.<p data-end="2352" data-start="2155">Neben dem Kriminalfall ist dieses Buch für mich auch eine intensive Geschichte über Freundschaft, Liebe, Wut, Schweigen und die Frage, wie gut wir die Menschen wirklich kennen, denen wir vertrauen.<p data-end="2586" data-start="2354">Einziger kleiner Wermutstropfen: Auch in diesem Band wird Jan Akkermanns eigene Vergangenheit wieder nur angedeutet. Gerade weil seine Figur immer faszinierender wird, wünsche ich mir hier endlich mehr Tiefe in den kommenden Bänden.<p data-end="2687" data-start="2588">Ein intensiver, düsterer und lange nachhallender Band, der mich nicht unberührt zurückgelassen hat.<p data-end="2699" data-start="2689">