
Im Südhang der europäischen Wasserscheide am Südrand des Böhmischen Hochlands, einem Grenzknoten, einem versteinerten Strudel, entspringen die drei Mühlflüsse: de Gloane, de Stoanane und de Greoße, auch Groiße genannt. Das hügelige, erst kurz vor der Donau scharf abfallende Hochplateau, das sie lenkt und dem sie entrinnen, schreibt sich Oberes Mühlviertel. Doch jenes »l«, das der Müh ihr Wasserrecht zusichert, kommt nicht bis zur Mündung. Unentwegt wird der Fluss angezapft und umgelenkt, stets begegnen wir ihm im übertragenden Sinn. Unter unseren Blicken und in unseren Händen zersprengt es ihn in Müh-Metonymien. Wir stehen am Ufer und springen: zu Wehr und Wasserstand, zu Rad und Mühle, zu Mehl, Brot und Betrug, zu Knochen, Teufel und sicherem Tod, zu Holzschliff, Bütte und Konfetti, zu Strom, Licht und Elektroschrott - zum Stoff, aus dem Hymnen nicht sind.
Entlang der Mühl-Flüsse schreibt Franziska Füchsl über die »Müh«, über Mühsamkeit.
Die Müh wird zum Ort, an dem Geschichte, Sprachreflexion, arbeitender Mensch und Naturüberrest aufeinandertreffen, den Flussläufen und -schnellen der Erzählung ausgesetzt:
Sie verzweigen sich, verschwinden unerwartet, doch sie tauchen immer wieder auf.
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