Grandioser Auftakt zur Trilogie über Blutauge und den Männern von Jarl Sigurd
Giles Kristian zeigt mit Blutauge einmal mehr, warum er im Genre der historischen Romane in einer eigenen Liga spielt.Die Handlung wirft uns an die Seite des jungen Osric, der wegen seines blutroten Auges als Außenseiter in einem englischen Küstendorf aufwächst. Als Nordmänner das Dorf überfallen, nimmt sein Schicksal eine radikale Wendung: Der Anführer Sigurd verschont ihn und nimmt ihn in seine Mannschaft auf. Unter dem Namen Raven taucht der Junge tiefer und tiefer in die Welt der Wikinger ein - eine Welt voll Ehre, Blutfehden und dem harten Kampf ums Überleben.Wie man es von Kristians Werken gewohnt ist, zieht einen die authentische Atmosphäre sofort in den Bann. Man spürt fast das Salz der See auf der Haut, riecht den Rauch der Feuer und fühlt die unbarmherzige Realität des Frühmittelalters. Kristian zeichnet diese Epoche ungeschönt, rau und mit spürbarer Liebe zum historischen Detail.Sein Schreibstil ist dabei extrem fesselnd, flüssig und bildgewaltig. Die Seiten fliegen nur so dahin. Was den Roman ausmacht sind die großartigen Charaktere und ihre vielschichtige Dynamik. Die raue Kriegerschar um Sigurd wirkt absolut lebendig, hat Ecken und Kanten und ist perfekt in den Plot eingebunden - die Kameradschaft fühlt sich echt und verdient an.Wer packende, ehrliche historische Fiction sucht, kommt an diesem Buch schlichtweg nicht vorbei. Klare 5 von 5 Sterne - ein fantastischer Auftakt!