Limerence von H. C. Dolores ist der erste Band ihrer düsteren Fated Fixation Dilogie, in der Liebe eine besondere Definition erhält.
Poppy ist seit vier Jahren Stipendiatin an der teuren und exklusiven Lionswood Prep. Ihre Herkunft macht sie absolut unsichtbar und zu einer klaren Außenseiterin, aber immerhin hat es Poppy schon fast bis zu ihrem Abschluss geschafft. Ihr Unsichtbarkeitsstatus ändert sich aber schlagartig, als der einzige andere Stipendiat unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt und Poppy den Täter von Tatort fliehen sieht. Adrian Ellis ist der strahlende Golden Boy der Lionswood Prep und so unfassbar reich und beliebt, dass es gar keine Steigerung mehr geben kann. Nur Poppy erkennt die Dunkelheit und den finsteren Abgrund in seinen Augen, der sich nun auf sie richtet, als sie ihre Beobachtung erwähnt. Sie spürt die tödliche Gefahr, aber auch die ganz besondere Anziehung, denn auch Poppy hat einige dunkle Geheimnisse.
Die gesamte Handlung wird aus Poppys Perspektive erzählt und anfangs habe ich mich gefragt, ob ich nicht auch ein Kapitel aus Adrians Sichtweise lesen möchte. Letztendlich funktioniert die spannende Story aber auch so und am Ende vermisst man nichts.
Der Schreibstil von H.C. Dolores konnte durchgehend mitreißen. Es wird manchmal sehr düster, aber es gibt auch humorvolle Momente und Leichtigkeit. Die Grenzen zwischen Liebe und Besessenheit verschwimmen hier permanent und die beiden Hauptcharaktere haben einen fragwürdigen moralischen Kompass. Die Autorin erzählt aber auch die Hintergründe dazu, so dass man ihr Verhalten ansatzweise nachvollziehen kann. Das macht es trotzdem noch lange nicht akzeptabel, aber wir sind hier ja in einer fiktiven Dark Romance.
Die Dynamik zwischen Poppy und Adrian ist absolut faszinierend und ich mochte vor allem, dass sich Poppy nicht einschüchtern lässt und immer sie selbst und knallhart bleibt. Sie trifft letztendlich ihre eigenen Entscheidungen und wird nicht zu einer manipulierbaren Puppe, wie es stellenweise den Anschein machen könnte. Adrian ist in Poppys Gegenwart ein völlig anderer, aber er bleibt grundsätzlich immer der reuelose Manipulator, der wortwörtlich über Leichen gehen würde. Trotzdem schafft es die Autorin, dass man auch mit ihm irgendwie mitfühlen kann und es einem stellvertretend das Herz bricht.
Jetzt bin ich nur noch neugierig, wie es nach dem heftigen Cliffhanger weitergehen wird.
Mein Fazit:
Ich gebe sehr gern eine Leseempfehlung!