Die Geschichte "Bogners Abgang" von Hans Platzgumer ist aus zwei Erzählsträngen gestrickt. Da ist auf der einen Seite Bogner, der verkannte Künstler, auf der ewigen Suche nach dem einen 'echten' Projekt, auf der anderen Seite die Studentin Nicola Pammer aus Bregenz, die an der Innsbrucker Universität Deutsch auf Lehramt studiert.Ihre Wege kreuzen sich in einer einzigen Nacht. Danach ist ein Fußgänger tot und nichts ist mehr so wie es einmal war. Aber wer ist eigentlich schuld an der Misere?Hans Platzgumer hat einen spannenden Roman geschrieben, der sich mit der Frage nach persönlicher Schuld beschäftigt. Das ist clever gemacht und sorgt für Kontroversen. Ist am Ende nur schuld, wer sich schuldig fühlt?Der 141seitige Roman beleuchtet die involvierten Personen in all ihren Facetten und überlässt es seinen Leser(innen), eine Antwort auf diese Frage zu finden. Die Konsequenzen, die Platzgumers Romanfiguren aus ihrem Handeln ziehen, sind überraschend und aus ihrer Sicht absolut konsequent.Fazit: "Bogners Abgang" ist ein schmaler, aber intensiver Roman, der viel Stoff zum Nachdenken bietet.