
Wurde der Islam mitten in der Wüste aus dem Nichts geboren - oder als natürliche Fortsetzung der monotheistischen christlichen Strömungen der Spätantike?
In Vom Messias zu Muhammad folgt Hüseyin Dogan der etymologischen und theologischen Reise eines einzigen Wortes: anif - vom aramäischen anpa. Die Spur dieses Wortes offenbart eine verblüffende Kontinuität zwischen dem frühen Islam und dem spätantiken Christentum.
Ausgehend von Paulus' tiefem Bruch mit den Aposteln in Jerusalem untersucht das Buch, wie Philos Logos-Begriff die christliche Theologie prägte, die theologischen Grundlagen der Trinitätslehre, den Einfluss der mithraischen Mysterien und der römischen Mythologie auf das frühe Christentum sowie die Rolle, die das monotheistische Ringen des Arius und Nestorius bei der Entstehung des Islam spielte. Die Aussage der Christen von Nagran "Wir waren Muslime vor dir" verweist über bloße Höflichkeit hinaus auf ein geteiltes theologisches Erbe.
Der Autor betrachtet die vorislamischen anifen einzeln - Waraqa ibn Nawfal, Ubaid Allah ibn GäS, Zaid ibn Amr und andere - und bietet eine vergleichende Lesart des "Allah"-Begriffs im vorislamischen Mekka, der Parallelen zwischen islamischem Gottesdienst (insbesondere dem rituellen Gebet) und der syrischen christlichen Tradition sowie der Freundschaft des frühen Islam mit den Christen neben seiner Spannung mit den Juden.
Mit semitischer Philologie und frühchristlichen Quellen ausgestattet, behandelt diese Studie die Frühzeit des Islam nicht als isolierten Anfang, sondern als Fortsetzung der monotheistischen Bewegungen innerhalb des Christentums. Das Ergebnis ist eine kühne und provokante These: Die Glaubensgeschichte besteht nicht aus verschlossenen Kästen, sondern aus sich kreuzenden Wegen und geteilten Erbschaften.
Dieses Buch ist eine Einladung an den fragenden Leser, bereit, das Dogma auszusetzen und dem langen Marsch der Wörter und Ideen zu folgen.
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