Ein Buch, dass nach dem Zuschlagen noch lange beschäftigt.
Pen Pal hat mich ziemlich zwiegespalten zurückgelassen - allerdings im positiven Sinne.Was mir von Anfang an richtig gut gefallen hat, war der Schlagabtausch zwischen den beiden Protagonisten. Die Dialoge sind witzig, schlagfertig und haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach.Allerdings hatte ich zu Beginn etwas Schwierigkeiten, wirklich eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Gefühlt ging es erst einmal von einer Sexszene in die nächste, wodurch die Charaktere für mich lange nicht richtig greifbar waren. Ich hätte mir gewünscht, früher mehr über ihre Persönlichkeit und ihre Beweggründe zu erfahren.Dazu kamen später noch die Thriller-Elemente, die mich zunächst eher irritiert haben. Ich wusste zeitweise nicht so recht, in welche Richtung die Geschichte eigentlich gehen möchte. Romance? Suspense? Psychologischer Thriller? Diese Mischung hat für mich nicht sofort funktioniert.Aber dann kamen die letzten 20 Prozent des Buches - und die haben alles verändert. Was für ein Plot Twist! Mit dieser Wendung habe ich überhaupt nicht gerechnet. Plötzlich ergibt vieles Sinn, die Geschichte bekommt eine völlig andere Bedeutung und trifft einen emotional mit voller Wucht. Herzzerreißend, schmerzhaft und unglaublich bewegend.Rückblickend bin ich froh, drangeblieben zu sein. Auch wenn mich der Anfang nicht komplett überzeugen konnte und die Genre-Mischung zwischenzeitlich verwirrend war, hat das Ende für mich vieles wieder gutgemacht. Allein für die emotionale Wucht der letzten Kapitel lohnt sich die Reise. Ein Buch, das mich nach dem Zuschlagen noch lange beschäftigt hat.