Achtung, das Buch und die Rezension könnte Trigger auslösen. Darum geht es: "Angst ist nicht gleich Angst! Jeden Tag kämpft Nora aufs Neue. Eigentlich seht sie sich nach Spaß und Verliebtsein und Pläne schmieden. Doch Nora hat Angst. Vor dem Tod, Und vor dem Leben. Die Angst hat sich in ihr Leben geschlichen und lässt sie nicht mehr los. Immer häufiger werden ihre Panikattacken, bis Nora schließlich aufgibt."Das Buch geht schonungslos offen mit Ängsten, Depressionen und Selbstmordversuchen um.Zu Anfang war ich etwas skeptisch. Ich dachte ehrlich, dass es mehr eine Erklärung der Umstände wird, als ein Roman. Ich wurde jedoch vom Gegenteil überzeugt. Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten, wobei Namen und Schauplätze verändert wurden.Die Erzählung ist spannend und weil sie real ist auch so mitfühlend. Ich konnte ihre Gedanken nachvollziehen. Es gibt einen so tiefen Einblick in das Leben und die Psyche, wenn man von Angst zerfressen wird. Manche können diesen Zustand vielleicht nicht glauben, aber leider ist es real, gibt es die Probleme wirklich und die Menschen, die damit versuchen zu leben. Ich finde, dass genau solche Themen mehr Aufmerksamkeit verdienen, dass sie mehr publiziert werden sollten. Nicht, um die Menschen, die so etwas durchmachen müssen vor die Kamera zu stellen. Nein! Vielmehr, damit mehr Verständnis aufkommt. Angst ist ebenso eine Krankheit, wie es die Grippe ist, nur dass sie vielleicht nicht so greifbar ist, wie es Viren und Bakterien sind. Und auch sollte man offener mit dem Thema umgehen, damit sich Menschen mit solchen Problemen ihrer nicht mehr schämen müssen. Ich selber habe Depressionen gehabt, den einen oder anderen Todeswunsch und erst als ich mir dessen richtig bewusst wurde, konnte ich mir helfen, indem ich mir helfen ließ und nun komme ich damit alleine klar. Aber wie soll man sich dessen bewusst werden, wenn viele über ihre Probleme nicht reden, nicht reden wollen, wenn es lieber verheimlicht wird, denn Angst ist eine Schwäche, die wir nicht bereit sind einzugestehen. Dann würde ja etwas mit uns nicht stimmen. Diese Ansicht ist so falsch. Angst gehört zum Leben dazu. Auch, dass man sich mal hilflos fühlt. Das wichtigste ist, dass man, wenn es einen überrennt, sich Hilfe holt, anstatt es ins ich hineinzufressen und sich lieber dem Tod hinzugeben. Leben ist immer lebenswert!Eine wahnsinnig gute Lektüre, die sich schnell lesen lässt und einen fantastischen Einblick hinter die Fassade gibt, um mehr zu verstehen.