Schon länger hatte ich mir diesen Klassiker vorgenommen und jetzt endlich mein Vorhaben auch mal umgesetzt.Es geht um die Schwestern Elinor und Marianne, die beide im heiratsfähigen Alter sind. Beide Damen haben Verehrer, die sie umwerben, doch turbulente Verwicklungen verhindern den Gang zum Traualtar, den Mrs Dashwood , ihre Mutter, gedanklich schon durchgespielt hatte. Das ist besonders tragisch, da die Mutter mit ihren Töchtern nach dem Tod des Mannes quasi mittellos wird.Jane Austen analysiert genau die Gefühle und Beweggründe ihrer Protagonisten und übt auch fleißig Gesellschaftskritik aus in ihrem ersten und persönlichsten Roman. Marianne ist die emotionalere Schwester, die sich ausschließlich von ihren Gefühlen leiten lässt, die laut und ausdauernd leidet, als ihr das Herz gebrochen wird. Elenor ist da viel rationaler. Auch sie leidet, aber sie tut dies leise im Inneren,und lässt Platz für Argumente und Gegenargumente. Marianne macht aber im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch zu einer weniger naiven Frau, die ihre Balance zwischen Gefühl und Verstand gefunden hat, die Voraussetzung, um das eigene Glück zu finden. Was soll ich sagen, das Buch war ein Genuss. Besonders die satirischen Passagen, in denen die Autorin die damalige Gesellschaft beschreibt, mochte ich sehr.