Ab der ersten Seite war ich weg. Vollständig in Imogens Welt versunken. Ich meine ein Enemies to Lovers mit SIRENEN! Was will man mehr
Das Buch verbindet so geschickt Elemente aus verschiedenen Fantasy-Sub-Genres, die man so eigentlich in dieser Kombi noch nicht kennt, dass es mich echt überrascht hat. Es fängt schon damit an, dass die Sirenen Flügel haben. Damit erschafft Kalie Cassidy eine Welt die neu aber auch gleichzeitig wahnsinnig vertraut ist.Eine Welt die liebevolle Momente hat aber gleichzeitig schon von der ersten Seite an wahnsinnig düster ist und bedrohlich wirkt. Ein bisschen wie bei Game of Thrones.Was Katie Cassidy besonders gut gelingt: Sie verknüpft Handlung und Beziehungsentwicklung so geschickt, dass das Buch phasenweiße sowohl character-driven als auch plot-driven wirkt. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, sie wollte sich gar nicht entscheiden - und das war genau richtig so. Sie hat es so gut durchdacht, dass sie es schlicht nicht musste.Und das liegt vor allem am Schreibstil. Das Buch wirkt durch seine bildhafte Sprache geradezu lebendig, die Geschichte strahlt eine Stimmung aus, die einen nicht mehr loslässt. Die Handlung startet nahezu sofort und verliert dieses Tempo im weiteren Verlauf eigentlich nie wirklich. Entweder der Plot wird vorangetrieben oder eben die Charakterentwicklung.Ein Pageturner im wahrsten Sinne des Wortes. Man fliegt regelrecht durch die Kapitel. Ich habe die 416 Seiten gefühlt inhaliert.Durch diese Schnelligkeit fehlt den Charakteren anfänglich etwas an Tiefe. Man springt von Action zu Action, ohne wirklich Zeit zu haben, tief in die Figuren einzutauchen. Es dauert bis man sie wirklich kennen lernt. Bis man sich für die Figuren selbst interessiert und nicht nur, für das was ihnen grade passiert. Aber sobald es soweit ist schreitet auch die Charakterentwicklung wahnsinnig schnell voran. Am Anfang drehen sie sich noch oft im Kreis. Es gibt viele sich wiederholende innere Monologe die ein wenig zu sehr auf einem Konflikt rumreiten. Ihn größer machen, als er sich beim Lesen eigentlich anfühlt. Als er eigentlich ist.Das hinterlässt kleine Stolpersteine. Gerade, weil die Handlung ansonsten so rasant voranschreitet. Zwei Schritte vor, einer zurück. Man hält es für geklärt und dann taucht es doch plötzlich wieder auf. Nicht wirklich nervig, aber eben unnötig.Mir gefällt das Buch trotzdem wahnsinnig gut. Wollte es gar nicht aus der Hand legen. Hab mitgefiebert und gelitten. Bin einigen falschen Fährten gefolgt und war bei einigen offensichtlichen Dingen, noch immer schockiert, dass es tatsächlich passiert.Der Cliffhanger am Ende hat mich erwischt. Richtig erwischt. Ich schaue viel zu oft, wann die Übersetzung vom nächsten Band raus kommt, damit ich es direkt bestellen kann.