Auch Zwerge werfen lange Schatten

Sprüche und Widersprüche.
eBook epub

Dieses eBook können Sie auf allen Geräten lesen, die epub-fähig sind. z.B. auf den tolino oder Sony Readern.

Häufig gestellte Fragen zu epub eBooks und DRM

Family Sharing
Dieses eBook können Sie mit bis zu 5 Familienmitgliedern über tolino Family Sharing teilen.
Kraus war ein Meister der "kleinen" Form" - des Essais, der Glosse, kurzer Kommentare, witziger Randbemerkungen. In seinen zahlreichen Aphorismen - die besten davon wurden für diesen Band ausgewählt - erreicht die Sprachgewalt des Karl Kraus ihren br … weiterlesen
Dieser Artikel ist auch verfügbar als:
eBook epub

4,99 *

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar (Download)
Machen Sie jemandem eine Freude und
verschenken Sie einen Download!
Ganz einfach Downloads verschenken - so funktioniert's:
  1. 1 Geben Sie die Adresse der Person ein, die Sie beschenken
    möchten. Mit einer lieben Grußbotschaft verleihen Sie Ihrem
    Geschenk eine persönliche Note.
  2. 2 Bezahlen Sie das Geschenk bequem per Kreditkarte,
    Überweisung oder Lastschrift.
  3. 3 Der/die Geschenkempfänger/in bekommt von uns Ihre Nachricht
    und eine Anleitung zum Downloaden Ihres Geschenks!
  • Bewerten
  • Empfehlen
Auch Zwerge werfen lange Schatten als eBook epub

Produktdetails

Titel: Auch Zwerge werfen lange Schatten
Autor/en: Karl Kraus

EAN: 9783843803380
Format:  EPUB
Sprüche und Widersprüche.
Familiy Sharing: Ja
marixverlag

20. Februar 2013 - epub eBook - 224 Seiten

Beschreibung

Kraus war ein Meister der "kleinen" Form" - des Essais, der Glosse, kurzer Kommentare, witziger Randbemerkungen. In seinen zahlreichen Aphorismen - die besten davon wurden für diesen Band ausgewählt - erreicht die Sprachgewalt des Karl Kraus ihren brillantesten Ausdruck.

Portrait

Karl Kraus, 1874-1936, war österreichischer Schriftsteller und Satiriker. In den fast 1000 Bänden seiner Zeitschrift Die Fackel und in etwa 700 Vorträgen entlarvte er wortgewaltig die doppelbödige Moral der Zeit, die Phraseologie der Presse und einen verkommenen Literaturbetrieb. Sein großes Drama über den Ersten Weltkrieg, Die letzten Tage der Menschheit, machten ihn international bekannt. Nach dem Krieg schlugen Professoren der Pariser Sorbonne, also der ehemalige "Feind", Karl Kraus für den Literatur- und für den Friedensnobelpreis vor.

Leseprobe

KARL KRAUS ODER DIE SCHÖPFERISCHE OHNMACHT DES WORTES


Dass wir Karl Kraus die besten Witze und Wortspiele seiner Zeit, die schärfsten Satiren und treffsichersten Pointen verdanken, das wurde ihm vielfach attestiert. Nichts wäre jedoch unangemessener, als sich seiner Aphorismen wie aus der Pralinenschachtel zu bedienen. Sie sind eben – im Gegensatz etwa zu Oscar Wilde – alles andere als gefällige Bonmots zum Ergötzen eines erlesenen Geschmacks. Nach Aussage von Karl Kraus selbst kann ein Witz nur dann bestehen, wenn er eine ethische Deckung aufweist. Und: Gerade in der Abbreviatur des Aphorismus gelingt es Kraus, die Fülle eines Gedanken in antithetischer Zuspitzung zur Sprache zu bringen. Kraus war überhaupt ein Meister der kleinen Form: die Glosse, die Stellungnahme, die Randbemerkung und der Essai sind die literarischen Gattungen, in denen er zu Hause ist. Die fast tausend Bände der »Fackel« – der roten Hefte, die nach anfänglichen Gastbeiträgen bald ausschließlich von ihm verfasst wurden – zeugen davon. Mit den sparsamsten Mitteln konnte Kraus ein Höchstmaß an satirischer Wirkung erzielen. Bewährt hat sich diese Methode vor allem im Ersten Weltkrieg. Aus dieser Zeit stammt der auch hier wiedergegebene Aphorismus, dass eine Satire, die der Zensor versteht, mit Recht verboten werde. Gegen Karl Kraus jedenfalls erwies sich die Zensur immer wieder als machtlos. Oftmals druckt er nur ab, was andernorts bereits gedruckt und von der Zensur genehmigt war. Seine satirische Eigenleistung besteht lediglich in der Anordnung für die Leser. So etwa, wenn er einen Leitartikel Moritz Benedikts und ein Gebet des gleichnamigen Papstes synoptisch gegenüberstellt unter der Überschrift: »Zwei Stimmen – Benedikts Gebet, Benedikts Diktat«. Oder wenn er eine unerhebliche Lokalnachricht aus Kriegszeiten abdru
ckt, die von der Arrestierung einer jungen Frau handelt, welche durch ungebührliches Heben des Rockes öffentliches Ärgernis erregt habe. Kraus kommentiert den Zeitungsbericht knapp mit den Worten: »Hoch den Rock! Die Waffen nieder!« In ernste Gefahr geriet er erst, als er in einer Vorlesung von der „chlorreichen Offensive“ sprach. Das Ende des Krieges kam seiner Verurteilung zuvor.

Die hier gesammelten Aphorismen sind ein hervorragender Zugang zum Werk des Karl Kraus – spiegeln sie doch das gesamte Spektrum der Themen und Gegenstände wider, deren sich Kraus sprachgewaltig angenommen hat: die Presse, Sprache, Literatur und Phraseologie, die Erotik und die Moral der Philister, Lüge und Krieg, die geschundene Kreatur. Die konkreten Anlässe (und Personen) seiner Satiren sind – wie er es selbst vielfach prophezeit hat – heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Bleibende Gültigkeit und unsterbliche Aktualität gewannen seine Texte eben durch die sprachliche Form, durch die Kraus diesen Ereignissen Gestalt verlieh. Ein immer wieder erhobener Vorwurf gegen Kraus lautet, dass er »mit Kanonen auf Spatzen« gezielt habe. Dieser Vorwurf verkennt aber genau dieses Verhältnis der Satire zu ihrem Gegenstand. Im scheinbar Nebensächlichen erkannte Kraus Symptome eines grundsätzlichen Übelstandes, und gerade die aufmerksame Beobachtung dieser Symptome lässt ihn diese Übelstände viel tiefer durchdringen als die meisten Zeitgenossen. Das Beispiel schlechthin hierfür ist sein gewaltiges Kriegsdrama – das Kraus selbst für unaufführbar hielt und das nach seiner Auskunft »einem künftigen Marstheater zugedacht« war – Die letzten Tage der Menschheit: Es ist eine imposante Collage von Einzelszenen, die gerade in individuellen Borniertheiten, Eitelkeiten, Spießigkeiten das Gemälde jen
er geistigen Disposition entwirft, die diese Menschheitskatastrophe erst ermöglicht hat. Ähnliches gilt für das Buch Die dritte Walpurgisnacht, das Kraus 1933 unter dem Eindruck der Machtergreifung Hitlers schrieb und dessen immerhin dreihundert Seiten er den Satz voranstellte: »Mir fällt zu Hitler nichts ein«. Kraus ließ dann allerdings den Druck stoppen, weil er für das Schicksal derer nicht verantwortlich sein wollte, die man »im Reich« mit seinem Buch ertappte. Erst nach dem Krieg kam es zur Veröffentlichung. Sein Material sind allen zugängliche Zeitungsberichte, mit deren Hilfe er den Charakter des Regimes entlarvte. Die verlogene Phraseologie ließ ihn das Künftige – »mit apokalyptischer Genauigkeit«, hätte er wohl selbst gesagt – vorwegnehmen. Damit straft er alle Lügen, die hinterher behaupteten, man hätte von nichts gewusst, und er entlarvt darin vor allem die geistigen Wegbereiter wie Martin Heidegger oder Gottfried Benn, die nach dem Krieg wieder ihre soziale Anerkennung und akademische Position behaupten konnten.

Hans Weigel hat in seiner überaus empfehlenswerten Kraus-Biografie1 die interessante These aufgestellt, das Phänomen Kraus sei vor allem von daher verständlich, dass ihm selbst eine Karriere als Schauspieler verwehrt gewesen sei (als Neunzehnjähriger erlebte er an einer Vorstadtbühne ein Debakel) und er ein Leben lang versucht habe, sich der Sphäre des Theaters auf Umwegen zu nähern. Wenn diese These m.E. auch als Gesamtdeutung von Karl Kraus zu kurz greift, so ist sie doch aufschlussreich. Immerhin hat Kraus selbst bekannt, er wäre wohl der einzige Schriftsteller, der sein Schreiben schauspielerisch erlebe, und seine über siebenhundert Vorlesungen hat er selbst als »Theater der Dichtung« bezeichnet. Jedenfalls gewinnen seine hie
r wiedergegebenen Aphorismen zu Drama und Schauspielkunst biografische Plausibilität.

Einen lexikalischen Eintrag über sich, in dem zu lesen war: »kritisiert die Auswüchse der Presse« hat Karl Kraus korrigiert, indem er »Auswüchse der« tilgte. Das Unwesen der Presse galt ihm ohne Unterschied als die Verallgemeinerung der Phrase, der Lüge, des Ungeistes der Zeit. Zu beachten bleibt hierbei, dass die Presse noch nicht der heutigen Gesetzgebung und den heute geltenden journalistischen Standards unterworfen war. Eine Unterscheidung zwischen redaktionellem Bericht und bezahlter Anzeige war vielfach nicht möglich. Dennoch erscheint Kraus hier gerade angesichts unserer Durchkommerzialisierung der Medien (Privatfernsehen) und deren Rolle bei der Zurichtung der Menschen auf die Zwecke der Produktion aktueller denn je.

Viel entscheidender noch ist Kraus’ geradezu metaphysische Auffassung von Sprache. Er selbst hat sich zu einem „verbotenen Intimverhältnis“ zur Sprache bekannt. Sprache war für ihn nicht etwas, das man »beherrscht«, sondern das sich einem erschließt, eine Sphäre, in die man hineinwächst, der man zu dienen hat, und eben kein Handwerk. Seine Auffassung von Sprache, der so viele Aphorismen gewidmet sind, kann man am besten durch die Lektüre seiner Essais Nestroy und die Nachwelt bzw. Heine und die Folgen ergründen. Das Problematische, Befremdliche an Karl Kraus sei nicht verschwiegen. Da ist zunächst sein Verhältnis zur zu seiner Zeit gerade entstehenden Psychoanalyse, der hier höchst geistreiche und vergnügliche Aphorismen gewidmet sind. Sicher ist zu bedenken, dass Kraus’ satirische Angriffe vor allem jener verflachenden Breitenwirkung der jungen Wissenschaft galten und nicht in erster Linie dieser selbst. Recht ist ihm in jedem Fall zu geben, wenn er sich schar
fsinnig gegen einen Reduktionismus wendet, der allzu platt alle Dimensionen des Menschseins in durchschaubare Mechanismen des Unbewussten auflösen will. Doch es bleibt der Eindruck, dass hier »das Kind mit dem Bade« ausgeschüttet wird. Übrigens empfand umgekehrt Sigmund Freud für Karl Kraus – vor allem wegen dessen mutiger Haltung gegenüber der verlogenen Gesellschaftsmoral und Sexualgesetzgebung – größte Hochachtung.

Problematisch, ja aus heutiger Sicht schier unerträglich sind viele Aussagen zum Thema „Frau“; auf viele wurde deshalb in dieser Auswahl auch verzichtet. Hier ist auf den Hintergrund zu verweisen: Im Jahr 1903 erschien das Buch Geschlecht und Charakter des erst 23-jährigen Otto Weininger, das von vielen damaligen Größen der Geisteswelt enthusiastisch gefeiert wurde. Weininger schöpft darin aus einem reichhaltigen philosophischen, psychologischen, biologischen und historischen Wissen, das er zu einer Theorie der Geschlechter verarbeitet, die heute nur noch als hanebüchen bezeichnet werden kann: Der Frau spricht er von Natur her jegliche Fähigkeit zu Logik, Ethik etc. ab, er weist ihr das Feld der Lust und Sinnlichkeit zu. Individualität, Wille, etc. eignen einzig dem Mann. Karl Kraus gehörte – wie etwa auch Strindberg – zu den vielen Intellektuellen seiner Zeit, die Weiningers Thesen begeistert rezipierten. Nach Weiningers spektakulärem Suizid noch im Jahr des Erscheinens seines Buches erschienen Würdigungen in der Fackel. Diese kruden Auffassungen stehen allerdings auch in auffallendem Kontrast zur Hochachtung, die Karl Kraus selbst den von ihm geliebten Frauen entgegenbrachte – der früh verstorbenen Schauspielerin Annie Kalmar, seiner großen Liebe Sidonie von Nádherny und schließlich Helene Kann, die ihn ins Sterben begleitete – und von der
es beeindruckende...


Technik

Dieses eBook wird im epub-Format geliefert und ist mit einem Wasserzeichen versehen. Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Für welche Geräte?
Sie können das eBook auf allen Lesegeräten, in Apps und in Lesesoftware öffnen, die epub unterstützen:

  • tolino Reader
    Öffnen Sie das eBook nach der automatischen Synchronisation auf dem Reader oder übertragen Sie es manuell auf Ihr tolino Gerät mit der kostenlosen Software Adobe Digital Editions.

  • Andere eBook Reader
    Laden Sie das eBook direkt auf dem Reader im Hugendubel.de-Shop herunter oder übertragen Sie es mit der kostenlosen Software Sony READER FOR PC/Mac oder Adobe Digital Editions.

  • Für Tablets und Smartphones: Unsere Gratis tolino Lese-App
         

  • PC und Mac
    Lesen Sie das eBook direkt nach dem Herunterladen über "Jetzt lesen" im Browser, oder mit der kostenlosen Lesesoftware Adobe Digital Editions.

Die eBook-Datei wird beim Herunterladen mit einem nicht löschbaren Wasserzeichen individuell markiert, sodass die Ermittlung und rechtliche Verfolgung des ursprünglichen Käufers im Fall einer missbräuchlichen Nutzung der eBook-Datei möglich ist.

Bitte beachten Sie: Dieses eBook ist nicht auf Kindle-Geräten lesbar.

Ihr erstes eBook?
Hier erhalten Sie alle Informationen rund um die digitalen Bücher für Neueinsteiger.

Mehr aus dieser Reihe

zurück
Du musst das Leben nicht verstehen
eBook epub
von Rainer Maria Ril…
Aus dem Wörterbuch des Teufels
eBook epub
von Ambrose Bierce
Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu
eBook epub
von Ödön von Horváth
Man liebt nur, was einen in Freiheit setzt!
eBook epub
von Friedrich Schill…
Pater Brown Geschichten
eBook epub
von Gilbert Keith Ch…
vor
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Sicher & bequem bezahlen:
Bleiben Sie in Kontakt:
Hugendubel App
Zustellung durch:
Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche gekennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den gebundenen Preis eines mangelfreien Exemplars.

2 Diese Artikel unterliegen nicht der Preisbindung, die Preisbindung dieser Artikel wurde aufgehoben oder der Preis wurde vom Verlag gesenkt. Die jeweils zutreffende Alternative wird Ihnen auf der Artikelseite dargestellt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

3 Durch Öffnen der Leseprobe willigen Sie ein, dass Daten an den Anbieter der Leseprobe übermittelt werden.

4 Der gebundene Preis dieses Artikels wird nach Ablauf des auf der Artikelseite dargestellten Datums vom Verlag angehoben.

5 Der Preisvergleich bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers.

6 Der gebundene Preis dieses Artikels wurde vom Verlag gesenkt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

7 Die Preisbindung dieses Artikels wurde aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

10 Ihr Gutschein TONIE10 gilt bis einschließlich 30.04.2021. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Keine Bestellung zur Abholung in der Buchhandlung möglich. Der Gutschein gilt nur auf Tonie-Figuren, Tonie-Transporter und Lauscher und nur solange der Vorrat reicht. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

12 Bestellungen ins Ausland und der DHL-Paketversand sind von der portofreien Lieferung ausgeschlossen. Gültig bis 30.06.2021.

13 Ihr Gutschein gilt bis einschließlich 20.04.2021. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Keine Bestellung zur Abholung in der Buchhandlung möglich. Der Gutschein ist nicht gültig für gesetzlich preisgebundene Artikel (deutschsprachige Bücher und eBooks) sowie für preisgebundene Kalender, Tonieboxen, tolino eReader und tolino select. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.