Zum ersten mal lese ich einen Roman dieser amerikanischen Autorin und ich habe mich bewusst für diesen entschieden, da er die Verarbeitung von gleich drei unterschiedlichen Krisen im Leben von drei Generationen einer Familie auf- und nachzeichnet.Dem ältesten Familienmitglied, Großmutter June, die noch immer mit einem vor der Familie verborgenen Geheimnis lebt, bereitet mehr und mehr ihre fortschreitende Demenzerkrankung Probleme.Ihr Sohn, Mitch, seit gut zwei Jahren verwitwet, leidet noch immer unter dem Verlust seiner Ehefrau und meidet jeglichen Kontakt mit der Außenwelt.Und Bea, Tochter von Mitch und Enkelin von June, kehrt notgedrungen in ihr Elternhaus zurück, da ihr Ehemann seinen Job verloren hat und auch der Mietvertrag der gemeinsamen Wohnung gekündigt wurde. Die einzelnen Schicksalsschläge werden leicht und zart mit- und ineinander verwoben. Ein angenehm leichter Schreibstil eröffnet trotzdem eine tiefe Intensität in der Beschreibung des unerwarteten Miteinanders und Aufeinanderzugehens dieser unterschiedlichen Charaktere. Geheimnisse voreinander zu haben, ist nie gut. Führt zu Missverständnissen, Abwehrreaktionen, unbewussten Verletzungen. Aufeinander zugehen, sich annehmen, ja, die Last des anderen mitzutragen - dies alles lernt jedes einzelne Familienmitglied und dabei spielt das Lebensalter keine Rolle. Ein Roman, der von Gefühlen, Gedanken, Gesprächen geprägt ist. Und dabei so fesselnd, dass man June, Mitch und Bea sehr gerne eine Zeit lang auf ihrer Lebensreise begleitet. Zumal ihre Probleme, Sorgen und Ängste eine gelungene Authentizität aufweisen, denen man durchaus schon selbst begegnet sein kann.