Ich weiß die zwei Sterne sehen echt böse aus, aber leider konnte mich das Ganze einfach nicht so wirklich überzeugen. Die Grundidee die hinter der ganzen Sache steht ist tatsächlich mal etwas ganz anderes und der Klappentext hatte sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Ein junger Taucher, der von einem Wal eingesogen wird und für eine weitere Stunde Sauerstoff hat, um sich aus diesem zu befreien. Klingt spannend und sehr abwechslungsreich. Allerdings war die Umsetzung zum scheitern verurteilt. Innerhalb der ersten 120 Seiten habe ich mehrmals überlegt das Buch abzubrechen. War soooo kurz davor es zu tun. Denn die Hauptthematik vertieft sich auf einen zwischenmenschlichen Konflikt mit den Protagonisten und seinem Vater. Dies wird im Grunde auch viel mehr und intensiver vertieft, als der eigentliche Inhalt des Klappentextes. Wir erleben psychosomatische Traumata des Protagonisten und viele vereinzelten Szenarien aus der gemeinsame Zeit und der Kindheit werden aufgearbeitet. Hierbei muss erwähnt werden, dass der Schreibstil zwischendurch wirklich sehr schwierig und undurchsichtig war. Immer wieder herrschen akute Zeitsprünge. Wir befinden uns ohne Übergänge immer wieder in unterschiedlichen Situationen aus unterschiedlichen Zeiten der Vergangenheit und kommen als Leser nur schwer bis gar nicht hinterher. Ich hatte überhaupt nicht die Möglichkeit die Protagonisten richtig kennenzulernen oder eine Bindung aufzubauen, da alles so unübersichtlich Schlag auf Schlag erfolgte und mein Interesse und meine Aufmerksamkeit somit immer weiter schwand. Und wie bereits erwähnt, teilweise so extrem, das ich drastisch am überlegen war, dieses Buch abzubrechen. Erst nach knappen 120 Seiten kam ich langsam rein und dieses verrückte Schlag auf Schlag nahm ein wenig ab. Als unser Protagonist sich dann in der eigentlichen Falle befand, konnten wir ein wenig zur Ruhe kommen und es wurde spannender. Dies ist auch der Grund, weshalb ich am Ende dann doch weitergelesen habe. Auch wenn die ganze Thematik äußerst unrealistisch ist, gibt es zwischenzeitlich einige Passage, die wirklich Lust und Laune auf mehr machen. Wir fiebern mit und die kompletten Empfindungen und die Angst des Protagonisten lassen uns gnadenlos mitfiebern und wurde teilweise wirklich gut umgesetzt. Man konnte sich eins zu eins in das Ganze hineinversetzen und ein beklemmendes Gefühl hat sich breit gemacht. Zwischendrin stellt sich einem die akute Frage, ob Jay halluziniert und die schweren Traumata seiner Kindheit im Bezug auf seinen Vater aufarbeitet oder ob die ganze Geschichte ein wenig abdriftet und Jay tatsächlich innerhalb des Wals Gespräche mit seinem bereits verstorbenen Vater führt. Ich denke an dieser Stelle ist jedem eine gewisse Interpretationsfreiheit überlassen. Ich für meinen Teil fand es teils gut und teils auch wieder etwas unpassend, da es den realistischen Touch ein wenig schwinden lässt. Jedoch bieten die Dialoge zwischen den beiden auch einige sehr emotionale Momente und ein herzliches Leseerlebnis. Im Großen und Ganzen waren mir die über 400 Seiten unter diesen Bedingungen einseitig zu viel. Ich war kurzweilig vertieft und mitgerissen aber überwiegend überfordert und abgeschreckt über die gesamte Aufmachung und den Verlauf der Geschichte. Außerdem handelt es sich viel um die Thematik Tauchen und deren Fachausdrücke. Wer also selber taucht oder sich damit auskennt wird hierbei irgendwo auch zusätzlich seine Freude am lesen haben. Für mich war es einseitig zu spezifisch und schwierig nachvollziehbar. Ein Werk mit einer absolut coolen und anderen Grundidee aber leider lässt nach meinem Geschmack die Umsätzung zu wünschen übrig.