Ich bin mit hohen Erwartungen gestartet. Dunkel. Intensiv. Emotional.
Bekommen habe ich leider vor allem Frust.
Ich bin mit großen Erwartungen in dieses Buch gestartet. Der Klappentext versprach Dunkelheit, Leidenschaft, Abgründe und eine intensive Liebesgeschichte. Genau mein Beuteschema. Umso enttäuschender war es, dass mich Twisted Love emotional kaum erreichen konnte.Der Einstieg fühlte sich holprig an. Die Protagonisten wirkten auf mich von Anfang an nicht wie zwei Menschen, die sich auf natürliche Weise zueinander hingezogen fühlen, sondern wie Figuren, die vom Plot in eine Beziehung gedrängt wurden. Ihre Verbindung hatte für mich wenig Seele. Vieles wirkte konstruiert, statt sich langsam und glaubwürdig zu entfalten.Besonders die Dialoge ließen mich oft kalt. Dort, wo Spannung knistern sollte, war für mich eher Funkstille. Große Worte, große Gesten - aber wenig echtes Gefühl dahinter. Ich saß ständig da und dachte: Redet. Miteinander. Bitte. So viele Konflikte hätten sich mit einem ehrlichen Gespräch auflösen lassen. Stattdessen wird geschwiegen, hingenommen und innerlich gelitten. Das mag dramatisch sein, fühlte sich für mich aber eher frustrierend als berührend an.Der Schreibstil selbst ist durchaus gelungen. Bildhaft, flüssig, stellenweise atmosphärisch stark. Man merkt, dass die Autorin weiß, wie man Stimmungen erschafft. Leider reicht guter Stil allein nicht aus, wenn die emotionale Verbindung fehlt.Inhaltlich bewegt sich die Geschichte stark im toxischen Bereich: Besitzdenken, Kontrolle, Manipulation und Intrigen dominieren die Beziehung. Dark Romance darf dunkel sein. Darf wehtun. Darf verstören. Aber für mich braucht es dabei immer eine gewisse Tiefe oder Entwicklung. Hier fühlte sich vieles nach reiner Provokation an, ohne wirklichen Mehrwert für die Figuren.Am Ende blieb ein bitterer Nachgeschmack. Nicht, weil das Buch extrem war - sondern weil es mich einfach nicht berührt hat. Die Idee hatte Potenzial. Sehr viel sogar. Doch es wurde für mich nicht ausgeschöpft.