Totes Moor und Glutmoor von Lars Engels habe ich gern gelesen und auch Halloweenkind überzeugt auf ganzer Linie. Worum geht es?
Schauplatz ist diesmal Neuss. An Halloween zieht eine Gruppe Eltern mit ihren kostümierten Kindern um die Häuser. Die Gruppe teilt sich auf, Joshua und Erik, 11 bzw. 12 Jahre alt, gehen alleine weiter. Doch nur Erik kehrt zu seinen Eltern zurück.
Vor zwei Jahren verschwand schon einmal ein Junge an Halloween: Vincent war damals 10 Jahre alt. Doch eigentlich hatte im Sommer davor alles seinen Anfang genommen. Mit dem Tod von Juliane.
Eriks Eltern, Kriminalhauptkommissar Oliver Fuchs und Lea, die ein Café betreibt, ehrenamtliche Opferhelferin und Ex-Journalistin, ermitteln
Mit Halloweenkind ist dem Autor ein spannender Kriminalroman gelungen, voller unverhoffter Wendungen. Wechselnde Perspektiven und zwei Zeitebenen, 2022 und 2024, sorgen für Dynamik.
Nichts ist, wie es scheint. Die Vergangenheit wirft lange Schatten, die Lars Engels gründlich ausleuchtet. Er demontiert die hübschen Fassaden, kratzt am Lack des schönen Scheins und rollt die Umstände auf, die zu dem tragischen Tod von Juli führten.
Halloweenkind ist auch eine Hommage an Horrorfilme wie Stephen Kings ES, POLTERGEIST oder ROSEMARIES BABY. Gruselig und schockierend. Natürlich darf auch ein Spukhaus nicht fehlen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Fast jeder hat ein Geheimnis. Nur Lea mochte ich nicht. Ein Gutmensch mit Helfersyndrom, total übergriffig - und verblendet, was ihre Familie betrifft.
Die allerletzte Wendung habe ich nicht kommen sehen. Also, gut gemacht, Herr Engels!
Fazit: Fesselnder Krimi. Atmosphärisch und düster!