Man hätte mehr darauß machen können.
Ich habe deutlich mehr von Powerless erwartet. Das Buch war keineswegs schlecht, aber es bestätigt einmal mehr, dass ich mich vielleicht nicht jedes Mal von BookTok zu einem Kauf überreden lassen sollte. Viele Bücher - dieses eingeschlossen - werden dort regelrecht in den Himmel gelobt, wirken beim Lesen dann aber eher wie ein bekannter Abklatsch. In diesem Fall fühlte sich vieles stark an Die Tribute von Panem angelehnt an, ohne dem Genre wirklich etwas Neues hinzuzufügen. Positiv hervorzuheben sind definitiv das Worldbuilding und die Protagonistin Payden. Die Welt hat Potenzial und war interessant genug, um mich bei der Stange zu halten, und Payden ist eine starke, sympathische Hauptfigur, deren Perspektive mir gefallen hat. Weniger überzeugend fand ich hingegen den männlichen Hauptcharakter. Der Wandel vom blutrünstigen Vollstrecker zum liebeskranken Trottel vollzieht sich exakt in dem Moment, in dem Payden ins Spiel kommt, und das leider ziemlich abrupt und unglaubwürdig. Das hat für mich viel von seiner anfänglichen Spannung zerstört. Ein weiterer Punkt, der mich zunehmend genervt hat: das Wort "Pein". Ich glaube, ich habe selten ein Buch gelesen, in dem dieser Begriff so oft benutzt wurde. Irgendwann war das einfach nur noch anstrengend.Unterm Strich: Die Grundidee ist gut, aber die Handlung vorhersehbar, und das Rad wird hier definitiv nicht neu erfunden. Für mich sind es solide drei Sterne. Trotzdem bin ich neugierig, ob der nächste Teil das vorhandene Potenzial besser ausschöpfen kann. ¿¿¿¿¿¿