Ella schweigt. Viel zu lange schon. Weil sie nicht kontrollieren kann, was nach dem Reden passiert. Und Kontrolle ist eben genau ihr Ding. Kontrolle, Struktur, Emotionen aus, weitermachen. Schließlich hat sie mit der schwächelnden Pension & der sich langsam auflösenden Mutter genug um die Ohren.
Doch plötzlich schlägt eine andere Info ein wie eine Bombe & Ellas Schweigekonstrukt bröckelt.
Erstes Buch im Jahr 2026, erstes Highlight!
Dabei ist Ella gewiss kein einfacher Charakter. Sie ist speziell, hart, am Anfang sehr unnahbar. Und doch war da dieser kleine Funke zwischen ihr & mir, der mich für sie eingenommen hat. Viele ihrer Gedankengänge, Reaktionen, Handlungen waren ich, deshalb konnte ich mich so gut in Ella einfühlen.
Der Anfang des Buches spielt parallel zu Band 1, sodass ich sofort daran angeknüpft habe. Die Dynamik unter den drei Schwestern Ella, Jonna & Hanna, die Vibes, sind einzigartig, besonders & werden großartig von Lene beschrieben. Dieses Mal aus der Sicht von Ella liest man, wie sie sich mit ihren Schwestern fühlt. Wie sie die Stimmung wahrnimmt, interpretiert, sich selbst reflektiert. Sich ändert?
Diese Info, die einschlägt wie eine Bombe, schweißt die drei zusammen, hat aber gleichzeitig auch die Macht, sie zu zerstören. Genauso wie das, was Ella seit Jahren verschweigt. Auf leise, fast melancholische Art nimmt man teil an der Suche der drei nach Hinweisen, Antworten auf ihre Fragen. Die demente Mama ist leider keine Option mehr. Oder doch?
Dazu kommen Ellas Gedankenkreise um dieses eine Wissen, diese Last, die sie zu erdrücken scheint & zu deren Aussprechen ihr der Mut fehlt, der Schatten zum Überspringen zu groß ist.
Ist dieser Roman denn jetzt ein Liebesroman? Ja, definitiv ja! Vielleicht nicht im ganz klassischen Sinne. Es ist einer über schwesterliche Liebe! Die auch so wichtig ist & einen genauso trägt & hält (oder eben nicht, wenn sie zerbricht), wie die Liebe zu einem Menschen, mit dem man nicht verwandt ist.
Diesen Menschen gibt es für Ella auch im Buch. Tom. Neu auf der Insel. Selbst mit ordentlich Ballast im imaginären Rucksack. Und so süß, in genau richtigem Maß nahbar & echt, empathisch, kitzelt Ella mit so schönen Worten aus ihrer Kontrolle & ist einfach perfekt für sie. Die schleichende Annäherung, die zarten Bande zwischen den beiden sind sehr ergreifend & in ihrem Anteil an der Story genau richtig dosiert. Es fügt sich wunderbar ein.
Ein Buch so unfassbar emotional. So wunderschön, so perfekt. So authentisch & wieder mitten aus dem Leben. Keine rosaroten Wolken, kein Kitsch, nur Echtheit, ehrliche Worte, ehrliche Gefühle. Sie geht intensiv tief! Taschentuchalarm garantiert. Gänsehautmomente garantiert. Bäm-Momente garantiert. Leseempfehlung? Garantiert!
Danke Lene! Danke dafür, wie Du Geschichten erzählst. Danke, dass ich sie lesen darf.
5++++++ Sterne