Schöne Weihnachtsstimmung in "Green Valley Manier" und Humor, aber lieblose Storyline, flache 08-15 Figuren und eine unglaubwürdige Liebe
Also, wenn dieses Buch Lilly Lucas' "Herzensprojekt" war, dann frage ich mich doch ernsthaft wie schlecht bitte ein "Nicht-Herzensprojekt" sein muss xD Man merkt schon: Mir hat es leider gar nicht gefallen. Ich bin bisher bei dieser Reihe immer mit sehr niedrigen Ansprüchen herangegangen. Bei einem Buch, welches unter 300 Seiten hat, ist ein überwältigendes Buch nur mit sehr viel Talent möglich, um mich wirklich zu überzeugen. Außerdem kannte ich ja den Schreibstil und wie dieGreen Valley-Reihe so aufgebaut ist - AberNew Wisheswar ja mal sowas von eine pure Enttäuschung. Ich frage mich wirklich wie wenig Anspruch jemand haben muss, der für dieses Buch 5 Sterne vergeben kann, ohne von der Autorin gekauft worden zu sein...Was waren also die Probleme?Zunächst war es wirklich unkreativ. Also bitte! Das habe ich schon woanders in mehrfacher Ausführung gelesen. Natürlich. Die Green Valley-Reihe ist jetzt nicht bekannt für seine Kreativität, aber das, was hier passiert, war schon wirklich langweilig. Ich denke aber, dass es hauptsächlich um den Weihnachtsaspekt gehen sollte und weniger um die Love Story. Und das hat die Autorin auch schön hinbekommen. An Weihnachtsflair fehlt es definitiv nicht. Aber auch hier ist es halt genauso wie in anderen Weihnachtsbüchern auch. Ich bin nur froh, dass man auf zu viel Kitsch verzichtet hat und das ganze Weihnachtsgedöns noch recht realistisch umgesetzt wurde. Ein viel größeres Problem sah ich allerdings in dieser unfassbaren Lieblosigkeit. Du suchst einen Liebesroman ohne romantische Anziehung? Hier, bitte: New Wishes! Ich verstehe absolut nicht, was Rebecca und Leo jetzt nun zueinander hingezogen hat? Der erste Kuss kam sehr unpassend aus dem Nichts. Dann fehlte einfach komplett die Romantik. Das Einzige, was Rebecca an dem geil findet, war ja nur sein Geruch - was übrigens nicht mal sein eigener ist, sondern das seines Duschgels. Ich meine, das gehört dazu, aber sonst gab es ja nichts anderes, was sie an ihm gut findet? Und auch er erwähnt nicht genau, warum er sich jetzt nun verliebt hatte, und er gibt sich halt auch überhaupt kein bisschen Mühe. Das Einzige, was er gut kann, ist Geheimnisse zu haben. Er macht ja nicht mal das bare minimum. Weder er kämpft um sie, noch kämpft sie um ihn. Die Liebe zwischen den beiden kommt aus dem Nichts. Die beiden verbindet nichts. Es gab keine besonders bemerkenswerten Momente, die ein Verliebt-sein hätten fördern können. Nichts! Und die sexy Szenen waren dementsprechend auch völlig Banane. Es wäre interessanter und romantischer gewesen, hätte man beschrieben, wie Rebecca auf Toilette geht. Da war die Love Story von Jumbo Jake unterhaltsamer ¿ und um den ging es ja nur nebenbei.Außerdem waren alle Charaktere (außer die, die man schon kannte aus den vorherigen Bänden) so dermaßen 08-15. Schon allein, dass Rebecca aus einer Pfarrer Familie kommt, hätte man so wunderbar in ihren Charakter einbauen können. Sie hätte zum Beispiel noch Jungfrau sein können oder sehr schüchtern gegenüber Männern. Oder es hätte ihr wichtig sein können, dass der andere auch christlich ist ¿ daraus hätte man noch einen richtig spannenden Konflikt einbauen können (Christ trifft auf Atheist oder so). Das Einzige, was Rebecca gut konnte, war unsympathisch (vor allem am Anfang) oder langweilig zu sein. Dass sie, aber am Anfang Leo nicht mag kann ich allerdings nachvollziehen. Ihre Wut ist nur leider auf die völlig falsche Person gerichtet. Die Eltern sind in dieser Situation das Problem und nicht Leo. Aber ok, die Eltern sind halt die Eltern ¿ die liebt sie halt auch irgendwo. Aber scheiße fand ich die Eltern in dieser Situation schon. Ansonsten war ihre Familie aber ganz nett.Ebenfalls störte mich die Inkonsistenz von Rebecca. Also, wenn die nicht schizophren ist, dann weiß ich auch nicht. Im einem Moment ist sie schüchtern und verunsichert und noch auf der gleichen Buchseite legt sie verführerisch einen Striptease hin?Das Ende selbst war so schnell und lieblos. Die Probleme wurden zum Ende hin wie auf Speed erledigt, ohne sich viel Mühe für eine Lösung geben zu müssen. Wenn man schon Konflikte einbaut, dann sollten die schon auch das sein: Konflikte und keine kleinen Unannehmlichkeiten so wie hier dargestellt (was es im Übrigen gar nicht war). Außerdem bleiben noch Fragen offen. Wie geht es mit den beiden jetzt nun ganz konkret weiter? Wie findet Rebeccas Familie die Beziehung? Vor allem Jacob hatte ja ein Problem damit.Was war aber gut?Die Weihnachtsstimmung konnte gut rübergebracht werden. Und wie immer ist es schon immer sehr heimelig Lilly Lucas` Bücher zu lesen. Außerdem musste ich bei einigen Situationen auch echt schmunzeln. Humorvoll ist die Autorin auf jeden Fall. Das mochte ich schon immer an dieser Buchreihe: Man nimmt den Verlauf der Geschichte und die Dialoge nicht allzu ernst. Es steckt in New Wishes ein gewisser Witz dahinter, den ich sehr gerne mag. Und der Schreibstil ich auch sehr angenehm ¿ einfach, aber das macht die Green Valley-Reihe immer zu einem guten ¿Snack-Buch¿.