Mir zuviel Thriller
Ich wollte einmal einen literarischen Thriller lesen, und dieses Buch wurde mir dafür empfohlen. Unter dem Strich ist es für mich allerdings zu viel Thriller und zu wenig Literatur, sodass dieser Ausflug in das Genre vermutlich erst einmal beendet ist.Linda Castillo lässt ihre Amish-Ermittlerin Kate Burkholder in einer Kleinstadt im Mittleren Westen der USA ermitteln. Gemeinsam mit ihrem Team und ihrem Lebensgefährten Tomasetti, der bei einer anderen Behörde arbeitet und sie unterstützt, verfolgt sie die Spur mehrerer verschwundener Mädchen.Das Buch ist flüssig geschrieben und sehr gut lesbar. Die Geschichte entwickelt Spannung und hat mich durchaus bei der Stange gehalten. Gleichzeitig ist sie mir aber deutlich zu brutal. Viele Szenen werden sehr explizit geschildert, was für mich den Lesegenuss eher geschmälert hat.Außerdem sind mir einige Wiederholungen aufgefallen. Mehrfach wird beschrieben, dass Personen so vertieft in ihre Arbeit sind, dass sie nicht bemerken, wenn jemand den Raum betritt oder sie anspricht. Solche Formulierungen tauchen so oft auf, dass sie irgendwann auffallen.Auch der Aufbau der Ermittlungen hat mich nicht ganz überzeugt. Ein wichtiger Hinweis auf den späteren Tatort wird bereits früh im Buch erwähnt, zunächst jedoch ohne jede Konsequenz. Später wird derselbe Hinweis erneut genannt und schließlich von einer dritten Person noch einmal ausdrücklich als möglicher Ermittlungsansatz hervorgehoben. Das wirkte auf mich etwas konstruiert.Für Thriller-Fans ist Tödliche Wut sicherlich ein sehr gutes und spannendes Buch. Mir persönlich fehlte jedoch die literarische Tiefe, die ich mir erhofft hatte. Daher vergebe ich 4 von 5 Sternen.