Shetlands dunkle Flut ist der sechste Teil der Reihe Lynch & Macrae.
Cass Traum hat sich endlich erfüllt: Sie fährt als dritte Offizierin zusammen mit Kater auf dem norwegischen Segelschulschiff Sørlandet. Nachdem die Chefingenieurin ausgefallen ist, kommt Cass Kumpel Anders mit seiner Ratte als Ersatz an Bord. Doch die Freude währt nicht lange. Es wird ein blinder Passagier auf dem Boot vermutet, der jedoch nicht gefunden wird. Dann macht Cass einen Fund und verdächtigt sofort ihren Cousin Sean, der als Trainee an Bord ist. Als ein Crewmitglied verschwindet und ein anderes tot aufgefunden wird, wird die schottische Polizei in Gestalt von Cass Freund, Inspektor Gavin Macrae, auf das Schiff geholt. Ist das polizeibekannte Individuum, vor dem die Polizei vor Ablegen gewarnt hat und das sich auf dem Weg nach Großbritannien befindet, an Bord? Oder ist ein Crewmitglied darin verwickelt? Da Cass bereits Erfahrung mit Mordermittlungen hat, versucht sie auch in diesem Fall, den Hergang zu rekonstruieren. Dabei kommt sie einigen Geheimnissen auf die Spur, wodurch sich auch Verdächtige ergeben. Auch gerät sie selbst unter Verdacht.
Nebenbei muss sie auch eine persönliche Entscheidung treffen.
Das Leben an Bord mit den Hierarchien, den verschiedenen Wachen und vielen anderen Arbeitsabläufen wird sehr detailreich beschrieben. Für Landratten ist das schwer nachvollziehbar und mir persönlich war es zu ausschweifend. Die Schilderungen der nordschottischen Landschaft mit ihren rauen Küsten, dem Nebel und dem Wind schaffen eine dichte, eindringliche Atmosphäre.
Die Hauptcharaktere sind authentisch beschrieben. Einige von ihnen waren mir von Beginn an suspekt und ich hatte sie durchaus in Verdacht, Cass etwas anzuhängen. Cass selbst ist mir sympathisch. Sie ist es gewohnt, in kritischen Situationen die Ruhe zu bewahren, was sie bei der Aufklärung des Falls erneut unter Beweis stellt.
Als Katzenliebhaberin haben mir die Szenen mit Kater und Ratte natürlich besonders gut gefallen. Das Cover ist wunderbar, mit dem Meer, vereinzelt stehenden Häusern und dem Sonnenauf(unter)gang wirkt es sehr idyllisch.
Insgesamt war es ein spannendes Buch mit einem Mörder unter vielen Personen auf dem begrenzten Raum eines Segelbootes.