Tödlicher Beifall von Marsali Taylor, erschienen 2025 bei Aufbau Digital, ist bereits der 5. Krimi der Reihe Lynch & Macrae, die auf den Shetland Inseln spielt.
Cassandre Lynch ist eine leidenschaftliche Seglerin, die immer wieder in rätselhafte Kriminalfälle gerät. Dieses Mal trifft der Leser sie in ungewohnter Umgebung. Sie begleitet ihre Mutter, eine bekannte und erfolgreiche Sängerin, und eine Truppe von Opernsängern auf ihrer Tournee von Frankreich zu den Shetland Inseln. Dabei ist auch Inspektor Macrae mit dem Cassandra inzwischen fest befreundet ist.
Zunächst taucht man in die Welt der Oper und der Alten Musik ein, kenntnisreich beschrieben. Der Leser lernt die bunte Truppe näher kennen und weiß bald recht gut Bescheid in der kleinen Welt der Alten Musik. Auch über Cassandres Kindheit und Jugend in Frankreich erfährt man Näheres.
Als die Truppe die Shetland Inseln erreicht wird es etwas spannender. Hier wurden Relikte aus der Wikingerzeit entdeckt, sogar recht wertvolle. Das lockt natürlich neben Wissenschaftlern und Einheimischen auch Abenteurer an. Deshalb erklärt dich Cassandre auch bereit Beobachtungen, die sie von ihrem Boot aus macht, den Einheimischen zu melden. Auch vor der Operntruppe macht das Schatzfieber nicht halt, es gibt Ensemblemitglieder, die sogar einen Metalldetektor dabei haben.
Doch dann geschieht es Kamilla, eine junge Sängerin, verstirbt nach einem Abendessen. War es ein Unfall oder steckt mehr dahinter? Noch während der langwierigen Ermittlungen gibt es einen weiteren Toten im Ensemble.
Mir persönlich hat dieser Fall nicht ganz so gut gefallen, weil zu viel über mögliche Tathintergründe spekuliert wird und die geschilderte Gedankenspiele von Cass und Macrae recht verwirrend ausfallen. Die eigentliche Handlung war stellenweise zähflüssig gestaltet.
Eine Stärke von Marsali Taylor sind die grandiosen Beschreibungen von Natur und Landschaft der Shetlands. Die schroffe Schönheit und atemberaubende Küstenlinien werden so geschildert, dass ich mir alles ganz genau vorstellen konnte. Glitzernde Lochs, heidekrautbedeckte Moorlandschaften, dramatische Felsformationen und erhabene Klippe sah ich vor mir und wünschte mir alles einmal mit eigenen Augen zu sehen.
Aber die Lösung konnte mich nicht wirklich überzeugen, auch wenn sie letztendlich logisch war. Das dramatische Finale mit Cass konnte noch mit einigen Spannungshighlights aufwarten, dennoch war es für mich einer der schwächeren Fälle dieser Reihe.
Dieses Mal nur 3 Sterne und eine Leseempfehlung für alles Fans dieser Reihe.