Nichts für schwache NervenMit Der Eisjunge liefert Max Bentow bereits den neunten Fall für den Berliner Ermittler Nils Trojan - und erneut beweist er, dass die Reihe nichts von ihrer Intensität verloren hat. Kaum ist Trojan aus einer kurzen Auszeit zurück, wird er mit einem Tatort konfrontiert, der selbst hartgesottenen Lesern einen Schauer über den Rücken jagt. Die bizarre Inszenierung - ein Rehfell über dem Körper einer jungen Frau - wirkt wie ein Albtraum, und doch ist sie erst der Anfang einer Serie grausamer Verbrechen, in denen Mensch und Tier auf erschreckende Weise miteinander verschmelzen.Bentow versteht es meisterhaft, Spannung aufzubauen, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren. Sein Schreibstil bleibt flüssig, klar und stets auf den Punkt. Die wechselnden Perspektiven fügen sich nahtlos ein und verstärken das Gefühl, mitten im Geschehen zu stehen. Trotz der Härte der Thematik bleibt das Buch durchgehend gut lesbar - ein Pageturner, der einen nicht mehr loslässt.Besonders eindrucksvoll ist die nachhaltige Wirkung der Geschichte. Manche Bilder brennen sich so tief ein, dass sie im Alltag wieder auftauchen - in diesem Fall genügt offenbar schon der Anblick eines Granatapfels, um die düstere Atmosphäre des Romans zurückzuholen.Der Eisjunge ist definitiv nichts für schwache Nerven, aber für Fans der Reihe - und für alle, die psychologische Thriller mit hohem Spannungsfaktor lieben - ein absolut lohnendes Leseerlebnis. Und wie so oft bleibt am Ende nur ein Gedanke: Wann kommt der nächste Fall für Nils Trojan?