Packender, psychologisch tiefgründiger Thriller vom perfiden Spiel mit dem Schlafentzug mit etwas schwachem Ende
Nachdem in einem abgelegenen Bauernhaus in Somerset eine Mutter und ihre Tochter brutal ermordet werden, bittet Chief Superintendent Ronnie Cray den Psychologen Joe O'Loughlin um Hilfe. Der Fall wird persönlich, als der Serienmörder beginnt Joes Familie ins Visier zu nehmen. Die hochspannende und dialogstarke Handlung überzeugt mit ihrer Vielschichtigkeit und psychologischen Tiefe, wirkt zum Ende hin jedoch ein wenig konstruiert. Besonders interessant sind die erzählerischen Einschübe aus der Sicht des Mörders, die vor allem die psychologische Tiefe unterstützten.Bei den Protagonisten steht Joe im Mittelpunkt der Handlung, der intelligent und durch die Ich-Erzählperspektive sehr glaubwürdig dargestellt wird. Relevante Nebenprotagonisten bereichern und treiben die Handlung voran. Vor allem Vincent Riuz ist eine interessante Figur, die zusammen mit Joe ein harmonisches Duo bildet.Wer intelligente Psychothriller mit vielschichtigen Hauptprotagonisten mag, wird hier fündig.Der Schreibstil ist klar und trägt maßgeblich zur Atmosphäre des Buches bei.Einziger Minuspunkt: Das vergleichsweise schwache Ende wirkt ein wenig konstruiert und mindert den Lesespaß ein wenig.Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.