Eileen wächst in den 50er Jahren im Katholischen Irland auf. Nach der Schule zieht sie nach London und arbeitet dort. Nach kurzer Zeit lernt sie einen Mann kennen, wird schwanger und gibt dieses Kind zur Adoption frei. Sie bewahrt Stillschweigen und niemand erfährt von ihrer Situation. Einige Jahre später, trifft sie diesen Mann wieder, sie heiraten, sie wird erneut schwanger und Grace kommt auf die Welt. Die Ehe hält nicht lange und es kommt zur Trennung. Eileen gelingt es, Grace ein gutes Leben zu bieten. Die Beziehung der beiden ist innig, doch über Eileens Vergangenheit wird nie gesprochen. All diese Verluste belasten Eileen ihr Leben lang. Mit Anfang 60 erkrankt Eileen unheilbar an Krebs. Durch Zufall erfährt Grace davon. Grace will ihrer Mutter schöne letzte Lebenswochen bescheren. Doch Eileen hat andere Pläne, sie möchte genau diese ihr noch wenig beschiedene Zeit so verleben, wie sie es sich wünscht. Mehr und mehr wendet sie sich von Grace ab. Grace ist verletzt. Konflikte tun sich auf. Am Ende schaffen es beide, ihren Frieden zu machen. Eileen ist es gelungen, Grace ein Vermächtnis zu überlassen und sie gewinnt soviel hinzu. Eileen kann beruhigt von dieser Welt gehen.
Einerseits ist dieser Roman keine leichte Kost, doch trotz allem ist er ein Unterhaltungsroman, der jedoch nachdenklich stimmt und uns Lesende einiges abverlangt. Die Mutter-Tochter-Beziehung steht ganz klar im Vordergrund und ist geprägt von soviel Liebe und Zuneigung, dass die Leserschaft geradezu berauscht ist. Der Start in den Roman erwies sich für mich zu Beginn ein wenig holprig. Die Zeitebenen wechseln sich ab, jedoch sind die Kapitel nicht mit Überschriften versehen, so dass eine Orientierung zunächst schwerfiel und es einige Zeit brauchte, bis sich ein Lesefluss einstellte. Diese beiden Zeitebenen verwischen sich dann zu einer Handlungsebene und man kann dann der Geschichte besser folgen. Im Nachhinein ist es diese Konstruktion jedoch schlüssig, braucht es doch die Vorgeschichte, um den Roman zu verstehen.
Die Autorin Morag Prunty gelingt es hervorragend die Protagonistinnen abzubilden. Für beide Figuren entwickelt man im Laufe der Geschichte Sympathien und kann ihre Beweggründe verstehen. Auch werden die historischen Hintergründe gut vermittelt. Der Schreibstil ist klar und modern. Natürlich ist der Ausgang der Geschichte vorhersehbar, aber das Ende ist gut konstruiert und mach Mut. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und verdeutlicht uns wieder einmal mehr, dass das Leben endlich ist. Nutzen wir unser Leben und die Zeit die uns bleibt und lassen unsere Wünsche und Träume wahr werden.