Ein leiser, melancholischer Roman über die Wirkung der Berge auf die menschliche Seele.
"Acht Berge" von Paolo Cognetti, ins Deutsche übersetzt von Christiane Burkhardt, ist ein Buch, das allein aufgrund des Titels und des wunderschönen Covers wie die Faust aufs Auge zu mir und meiner Bergliebe passt. Und weil Buecher.Berge so von dem Roman geschwärmt hat, musste er unbedingt auf den SuB - und jetzt war es an der Zeit, ihn auch zu lesen. Und ja, ich mochte diese leise, melancholische Geschichte über das Aufwachsen zwischen Großstadt und Bergen, über eine unergründliche Sehnsucht nach der Einsamkeit im Hochgebirge und über eine Freundschaft, die Jahrzehnte überdauert und ohne viele Worte auskommt, dafür aber herzzerreißend tief geht. Pietro ist ein stiller, nachdenklicher Protagonist, der nach den Streifzügen durch die Berge an der Seite von Bruno viele Jahre später an den prägenden Ort seiner Kindheit zurückkehrt und hier etwas Bestimmtes sucht - die Beziehung zu seinem Vater, der immer nur dann wirklich frei wirkte, wenn er auf Wanderschaft ging."Acht Berge" ist ein besonderer Roman, der vor allem davon lebt, wie er die Wirkung der Berge auf die menschliche Seele beschreibt. Nicht idyllische Naturbeschreibungen stehen im Vordergrund, sondern das, was der Anblick einer rauen Berglandschaft mit dem Menschen macht; in welchen Zustand eine solche ihn versetzt. Und das ist beeindruckend und berührend zu lesen, gerade für mich, da auch ich mich nur in den Bergen wirklich frei fühle. Ich habe Cognettis Roman sehr gern lesen, mich sehr gern mitnehmen lassen in dieses atemberaubende Setting und in die Tiefe zwischenmenschlicher Beziehungen, die hoch über dem Meeresspiegel eine ganz andere Bedeutung haben. Ganz zum Highlight hat es für mich trotzdem nicht erreicht - vielleicht weil es Abschnitte gab, in denen ich eine zu große Distanz zu Pietro gefühlt habe, vielleicht, weil mir einige Erklärungen für das Handeln der Charaktere etwas zu vereinfacht waren. Aber empfehlen möchte ich "Acht Berge" unbedingt dennoch - gerade Bergliebhaber*innen und solchen, die es werden wollen.