Langatmig, unreif und streckenweise unfreiwillig komisch
Ich habe das Buch eigentlich nicht lesen wollen, weil ich schon so viel Schlechtes darüber gehört habe. Aber nun, da man es auch gebraucht recht günstig bekommt und es ein Challenge Lesezeichen bei Goodreads wert ist, habe ich es dann doch bestellt und mich durch gequält. Ich bin wirklich froh, nicht den vollen Preis dafür gezahlt zu haben - denn das wäre es niemals wert gewesen!Das Buch ist in 3 Teile untergliedert, die jeweils mit einem Foto und einer Zitatzeile aus demselben Gedicht überschrieben sind, das auch im Buch selbst genannt wird. Im ersten Teil geht es im wesentlichen um Harrys Kindheit und natürlich vor allem um das Trauma des Unfalltodes seiner Mutter. Der zweite Teil - der für mich mit Abstand schlimmste, den ich häufig nur quer überflogen habe - handelt von der Zeit, bevor er Meghan kennenlernt, also seine Erwachsenenjahre und seine Zeit als Soldat. Und der letzte Teil geht vor allem um Meghan und wie sich Harrys und ihre Wege von der Familie trennen mussten. Das Buch ist zusammen mit einem Ghostwriter geschrieben worden, den ich nicht empfehlen würde. Wörtliche Rede kommt oft recht infantil rüber beim Lesen und - das kann aber auch an der Übersetzung liegen - Wörter wie "Pullermann" sind einfach seltsam zu lesen, mal ganz von dem Thema selbst abgesehen. Vor allem im letzten Teil ändert sich der Stil nochmal und hier frage ich mich, ob es stimmt, dass evtl. Meghan hier die Haupt-Autorin war. Es würde zumindest erklären, warum sie so extrem idealisiert wird und auch der leicht esoterisch angehauchte Tonfall könnte von ihr stammen. Der Umfang des Buches ist für mich nicht wirklich vertretbar gewesen - viel zu lang und ausschweifend werden immer wieder ähnliche Geschichten erzählt, über immer wieder die selben Personen und Personengruppen geschimpft und der Ton schwankt zwischen Jammern, wüten und lamentieren hin und her. Ab und an musste ich auch mal lachen, aber nicht, weil das gewollt war, sondern weil es einfach lächerlich war, was ich da zu lesen bekommen habe. Beim Lesen des Buches habe ich mehr und mehr die Geduld mit dem Erzähler verloren. Nie war irgendetwas seine Schuld, stets kamen nur Erklärungen oder sogar sehr oft eine Art Verweis auf den "wahren" Schuldigen, der aber nicht dazu stehen würde, weswegen wieder er, der arme Reserve-Prinz, von allen gehasst oder belächelt wurde. Selbst teilt der Autor aber sehr oft und teilweise derb aus - der eifersüchtige Bruder, die aufgedonnerte und steife Schwägerin (im Gegensatz zur unschuldig süßen Meg natürlich), der abwesende Vater, der ebenfalls eifersüchtig auf Megs gute Presse war (wtf?!) und und und. Gegen Ende war ich dann nur noch unfassbar genervt und sehr, sehr erleichtert, als ich das Buch beenden konnte . Ich kann es absolut nicht empfehlen und hätte nichts verpasst, wenn ich es nicht gelesen hätte.