Ein besonderes Buch über eine Kindheit, die im Alter schmerzlich vermisst wird.
Ellen und Diana hatten sich getrennt. So trieb es Ellen zurück in ihr altes Leben, den Bauernhof, den es eigentlich nicht mehr gab. Sie brach in ihr altes Elternhaus ein. Die neuen Besitzer im Urlaub, der Schlüssel lag noch an der vertrauten Stelle. Quartierte sich in ihr altes Zimmer ein. Sie erinnerte sich an die Zeit, als sie dort mit den Eltern lebte. Ständig dieser Mistgeruch an ihr, der sie in der Schule ausgrenzte. Die Arbeit mit den Kühen, und ihre Liebe zu ihnen und ihrer Milch.Ellen nimmt kein Blatt vor den Mund. Mal das schüchterne Bauernkind, dann die fördernde Frau, die sich nimmt, was sie will. Ihre Gedanken und Erinnerungen kreisen um das schwere Leben auf dem Land. Sie teilt mit dem Leser deren Gerüche, Geschmäcker, aber auch den Gestank, dem sie als Kind gerne entflohen wäre. Und dann taucht ein alter Freund aus Kindertagen auf, und ihre Gefühlswelt läuft aus dem Ruder.Es ist ein emotionaler Roman, der in einer besonderen Sprache erzählt. Einzelne Kapitel bringen etwas Ordnung in dem ständigen Wechsel zwischen Vergangenem und dem Jetzt. Man erfährt viel über das harte Leben der Eltern, dem ständigem Kampf ums Überleben, und über die Haltung von Kühen. Schmeckt förmlich die Milch, und wenn man die Augen schließt, träumt man sich an diesen Ort, den es schon lange nicht mehr gibt. Ein schmales Buch, gerade einmal 160 Seiten, aber dennoch eine Geschichte, die nachhält.Ein gelungenes Debüt der Autorin Sanna Samuelsson.