Spoilerfreie Meinung¿Das Buch hatte für mich einen schönen Anfang, ein überstürztes Ende, das auf Längen in der Mitte des Buches zurückzuführen ist. Es handelt sich definitiv nicht um eine Slow-Burn Geschichte. Es gibt sehr viele Wiederholungen in Form von Beschreibungen, innere Monologe und wiederkehrende Problematiken. Das Setting in Rome, einer kleinen Stadt, ist sehr gemütlich, was für mich aber leider verloren ging. Trotzdem finde ich die Idee des Buches toll. Die Berühmtheit von Amelia & ihre Zweifel oder auch Noahs Unsicherheit wurden gut beschrieben. Wenn man Instant-Love sehr gerne liest, kann das Buch einen zweiten Blick auf jeden Fall wert sein.Achtung, ab hier folgen Spoiler¿Setting ¿¿¿Die Idee, Kurzzeiturlaub in einer sehr kleinen Stadt zu machen, fand ich schön. In Rome kennen sich alle und es entsteht ein Wohlfühlfaktor. Es wurde aber auch sehr viel der eigenen Fantasie überlassen. Man findet keine Beschreibungen, wie genau z.B. die Läden oder Noahs Zuhause aussieht.Charaktere ¿¿¿AmeliaAnfangs fand ich sie sympathisch. Sie war sich ihrer Privilegien bewusst, fast zu bewusst, indem sie nicht erlaubte, zu weinen. Ihr liebevoller Umgang mit ihren Fans fand ich bewundernswert, auch wenn es ihr nicht gut ging. Als Amelia die Schwestern von Noah kennenlernt, spürt sie, wie ihr Herz sich zusammenzieht, aber "das lasse ich nicht zu". Sie ist auf die Schwester von Noah eifersüchtig. Kurz danach erkennt sie selbst, dass das vielleicht nicht angemessen ist. Trotzdem bleibt für mich zurück, dass sie sich wenige Tage kennen & sie schon auf die Schwester eifersüchtig ist. Es handelt sich noch nicht mal um eine nicht verwandte Frau, bei der es nach dieser Zeitspanne auch nicht angemessen wäre.Die Dynamik mit den Schwestern blieb für mich unangenehm. In einer Szene schaut Amelia Noahs Auto an, eine Schwester merkt es, und Amelia denkt : "Ich komme mir supercool vor, weil sie mich beim Sabbern beobachtet hat." Vielleicht sollte es zum Ausdruck bringen, wie verliebt Amelia ist, vielleicht war es Ironie, vielleicht war es ernstgemeint. Alles drei ist für mich unangenehm, weil es obsessiv wirkt. Mein allgemeiner Eindruck war auch, dass Amelia sehr schnell mit allen vertraut ist. Auch mit Annie. Sie kennen sich eine Woche und sie nennt die Schwester: "Meine süße Annie."Nun zu ihrer Beziehung mit ihrer Mutter: Susan, ihre Managerin, ist nicht fair, keine Frage. Aber es kommt auch daher, dass Amelia ihr alles übergibt. An einem Geburtstag schickt sie ihrer Mutter einen Wagen für einen Urlaub. Aber sie meldet sich nicht bei ihr. Der Wagen kommt durch Susan nie an und die Mutter denkt, ihre Tochter habe den Geburtstag vergessen. Amelia reflektiert für sich nicht, dass ein Teil der verlorenen Beziehung auch durch wenig persönlichen Kontakt kommt. Vielleicht hätte man einiges schon viel früher aus dem Weg räumen können.. NoahNoah wirkt sehr sympathisch und aufmerksam. Als Amelia in seinem Vorgarten parkt, weiß er, warum sie nicht reinkommen möchte & gibt ihr Sicherheit. Leider habe ich zu wenig über ihn erfahren. Was sind seine Hobbys? Es blieb alles sehr oberflächlich oder zu beschrieben, dass ich ihn leider nicht gut greifen kann.Bei ihm wird immer wieder betont, dass er auf keinen Fall eine Beziehung mit Amelia eingehen möchte. Es wird so häufig beschrieben, dass das Ende überstürzt wirkt. Es fühlt sich an, als würde Noah seine Geschichte wiederholen. Seine Neigung zu schnellen Beziehungen ist deutlich geworden.Außerdem betrinkt er sich häufig, wenn es ihm nicht so gut geht. Ich dachte, das wird am Ende thematisiert. Wurde es aber leider nicht. SchwesternSie waren mir alle am Anfang sympathisch, auch weil sie einen Einblick in Noahs Leben geben. Die Schwestern fangen nach wenigen Tagen an, Noah von Amelia zu überzeugen. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, was Amelia darüber denkt. Mabel & DorfgemeinschaftMabel sagt beim ersten Kennenlernen mit Amelia zu ihr: "Zeigen Sie es ihm, Darlin." Sie ist sehr offen mit dem Wunsch, dass Noah & Amelia ein Paar werden sollen. Ich verstehe, dass sie es sich für Noah wünscht. Aber sie kennt Amelia kaum, und weiß somit nicht, was sie darüber denkt. Beim zweiten Treffen sagt Mabel "Und ich würde mein gesamtes Vermögen verwetten, dass er nur deshalb so grantig ist, weil er Sie eigentlich viel zu sehr um sich haben will". Wie auch schon beim ersten Treffen, ist mir das zu schnell, zu vertraut. Sie kennt Amelia nicht und trotzdem spricht sie so mit ihr. Das passierte nicht nur mit Mabel, sondern auch mit anderen Bewohnern. Richtig schön war aber der Zusammenhalt zwischen ihnen und wie sehr sie Amelia vor Paparazzi beschützen wollten.Handlung ¿¿¿Im Gesamten gefällt mir die Idee der Handlung sehr. Ich mag Geschichten über das Leben von berühmten Menschen. Leider gab es in diesem Buch viele Längen und überstürzte Handlungen. Aber beginnen wir zunächst mit etwas, was ich befremdlich fand: Sowohl Noah als auch Amelia schnüffeln beide an Kosmetikprodukten des jeweiligen anderen. Noah an Amelias Bodylotion. Amelia an Noahs Deo. Das passiert nach 1 Tag bis zur Hälfte der Woche, in der sie sich kennen.Der erste Kuss kommt sehr schnell. Ich kann es leider nicht genau einordnen, wann, aber für mich war es definitiv zu schnell. Sie wissen wenig voneinander, fühlen sich zueinander hingezogen und dann passiert es auch schon. Daraufhin folgt die Phase des Verliebtseins. Dadurch dass die Geschwindigkeit für mich zu hoch war, wirkte es folgendermaßen auf mich: Amelia hat lange keinen Mann mehr gedatet und findet den ersten netten Mann gut. Das ist natürlich nicht richtig, da sie ja durchaus Kontakt mit Männern hatte. Aber ich konnte mir nicht erklären, woher die Chemie kommt. Danach folgte für mich kein Handlungsfortschritt. Sie sind in der Verliebtseinsphase, aber es passiert nicht viel. Dadurch wirkt das Ende sehr überstürzt. Nach ein paar Tagen der erste Kuss, nach einer Woche die Beziehung und nach einem Jahr die Verlobung. Schreibstil-Gefühl ¿¿,5Zu Beginn des Buches wurde ich abgeholt. Es war flüssig zu lesen. Danach prägten leider viele Wiederholungen und ein paar störende Faktoren den Schreibstil. Es wurde sehr oft die Maskulinität von Noah & die Weiblichkeit von Amelia in kursiv hervorgestellt, insbesondere am Anfang. Auch wenn betont wird, dass Amelia nicht in Klischees denkt, tut sie es dennoch. Gerade bei der Beschreibung der Weiblichkeit von Amelia wird ihr Aussehen sehr detailliert besprochen. In einer Szene beginnt die Beschreibung bei ihren Knöcheln, wandert weiter nach oben zur Brust, um dann zu enden mit "sodass es ihre schlanke, atemberaubend weibliche Figur zur Geltung bringt". Den letzten Satz außen vorgelassen, wirkt das wie die Kameraführung in Filmen mit "Male Gaze". In diesem Zitat werden die Kleidungsstücke mit Wörtern wie leckend, umschiegend und spannend umschrieben. Außerdem spielt der letzte Satz sehr in das Klischee, dass weibliche Frauen schlank sind, was natürlich nicht nur stimmt.Außerdem gab es einige Tiervergleiche. Der unangenehmste Moment passierte für mich mit Noah & Annie: "[Amelia] erinnert mich irgendwie an einen Welpen. Ganz verloren und traurig. Behältst du sie, Noah? Och, bitte, sagt Annie, legt die Hände unters Kinn und blinzelt etwa hundertmal." Es wirkt auf mich tatsächlich so, als würden sie über ein Tier sprechen, das man behalten kann. Annie wirkt dadurch wie ein kleines Kind, das etwas haben will, was die Eltern nicht erlauben. Mal ganz davon abgesehen, dass Amelia sich für Noah entscheiden kann, aber Noah sie ganz sicher nicht behält. Unterhaltung ¿¿¿Die Idee des Buches finde ich toll. Auch die Charaktere waren erst sympathisch. Für mich überwiegen leider aber die vielen Längen und Wiederholungen. Ich musste mich zwischendurch dazu überreden, weiterzulesen. Deshalb werde ich nicht zum 2. Buch der Reihe greifen, auch wenn ich die Idee des Buches sehr gut fand.