Nicht ganz so stark wie die bisherigen Romane der Autorin...
Amelia ist froh, als sie endlich die Einladung zur legendären Sommerparty der reichen Familie Fowley erhält. Denn vor einem Jahr ist genau auf dieser Party ihre Schwester Rose verschwunden. Getarnt als Freundin von Ford Fowley gerät Amelia bald in ein gefährliches Spiel der Reichen und Mächtigen und kommt dunklen Wahrheiten auf die Spur..."Der Fjord¿ stammt aus der Feder von Sarah Goodwin, bei der ich immer wieder gerne zugreife. Nach Ausflügen auf eine schottische Insel, eine italienische Yacht und in ein alpines Ressort entführt uns die Autorin nun in einen norwegischen Fjord. Ich war sehr gespannt auf die Story, die mich allerdings nicht ganz überzeugen konnte. Für mich das bislang schwächste Buch der Autorin.Dabei klang die Prämisse durchaus vielversprechend. Ein luxuriöses Anwesen an der norwegischen Küste, eine verschwundene Schwester, dunkle Geheimnisse. Doch der Funke wollte nie so richtig überspringen. Von "Rasant, raffiniert und voller Twists¿ wie beworben, habe ich persönlich nicht allzu viel gemerkt. Bei ihren letzten drei Romanen punktete die Autorin noch durch ihre atmosphärischen Beschreibungen und das Survival-Feeling, hier bleibt sie allerdings deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Norwegen als Kulisse spielt zum Beispiel kaum eine Rolle. Mal abgesehen von kleineren Bootsausflügen mit Fjordblick. Da hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Auch von der Story an sich. Die Fowleys verbergen zwar einige düstere Geheimnisse, denen Amelia nach und nach auf die Spur kommt. Aber am Ende ist mir eigentlich nur eins in Erinnerung geblieben: das ausschweifende und exzessive Verhalten der feiernden reichen Gäste, das hier sehr ausgiebig geschildert wird. Ansonsten begleiten wir Amelia bei ihren Ermittlungen, die zum Teil etwas langatmig und unglaubwürdig wirken. Als Protagonistin blieb sie mir eher fremd, ebenso wie der Rest der Charaktere. Ok, der Showdown war dann schon ziemlich packend gestaltet, aber auch ein wenig drüber. Einen Twist hatte ich auch bereits erahnt, den finalen allerdings nicht.Trotzdem hat mich die Story nicht so recht überzeugt. Vielleicht lag es daran, dass das Buch im Original unter Sarah Goodwins Pseudonym Amy Cunningham erschienen ist, was ich erst im Nachgang herausgefunden habe. Und zwar unter dem Titel "The Serial Killer's Party¿. Klingt zwar spannender als das schnöde "Der Fjord¿, half aber trotzdem nicht. Es ist kein schlechtes Buch und liest sich auch leicht weg, fällt aber im Vergleich zu den drei Vorgängern und vor allem zur fesselnden "Yacht¿ deutlich ab. Insgesamt kann ich daher "Der Fjord¿ nur eingeschränkt empfehlen. Ein Thriller mit einigen Schwächen, der mich nicht so recht packen konnte. Ich hatte mir deutlich mehr erhofft. Daher freue ich mich jetzt schon auf den nächsten "echten" Sarah Goodwin - Roman "The Private Jet¿, der allerdings erst 2027 auf Deutsch erscheint. Gute 3 Sterne von mir.