>>Diese eigenartige, alten Häuser eigene Stille senkt sich auf mich herab. Eine Kombination aus dicken Wänden, weichen Teppichen, und diskretem Personal. Es ist der Klang gehüteter Geheimnisse.<<
Neue Bücher von Sarah Goodwin kommen inzwischen immer auf meine Leseliste, nachdem mir zunächst Die Insel und dann Die Yacht sehr gut gefallen hatten. Tatsächlich mochte ich das neue Buch zunächst gar nicht anfangen, um es mir für den richtigen Zeitpunkt aufzusparen. Der war nun gekommen. Bedauerlicherweise hat es mich nicht so abholen können, wie ihre anderen Thriller es bisher taten.
Für mich fällt es unter die Kategorie der Freida McFadden Thriller, bei denen Spannung hauptsächlich daraus entsteht, das man versucht herauszufinden, wem man misstrauen soll. Man betrachtet die Charaktere weniger als Menschen und ehr danach, welche Funktion sie erfüllen. Das hat seine Daseinsberechtigung, es ist schließlich nicht umsonst das populärste Thriller Genre derzeit. Aber was ich an den anderen Büchern der Autorin geschätzt habe war es zwischenmenschliche Beziehungen und Spannungen zu beobachten und wie diese unter Druck und mit moralischen Grenzen konfrontiert weiter eskalieren.
Von diesem Punkt abgesehen handelt es sich um ein solider mystery Thriller. Mir gefällt die Ausgangslage, in der die Protagonistin sich akribisch, ein Jahr lang, auf das Event vorbereitet. (Auch wenn leider weniger damit gemacht wurde als erhofft). Er ist kompetent geschrieben, hat eine gute Sogwirkung, und das Setting, ein abgelegenes Herrenhaus, macht immer was her. Die norwegische Fjord-Kulisse hingegen war sehr austauschbar und spielt nicht die Rolle, die Cover und Titel andeuten.
Auch das Mystery war kompetent, natürlich etwas weit hergeholt und durchaus absehbar, aber unterhaltsam.
In dem Sinne könnte man auch das gesamte Buch bezeichnen nicht herausragend, aber unterhaltsam.
Vielen Dank an netgalley und Bastei Lübbe für ein Rezensionsexemplar. Alle Meinungen sind meine Eigenen.