Die Saga geht weiter
Nach der Lektüre des Prequels "The assassin?s blade" kam "Heir of Fire" unerwartet daher. Calaena verwandelte sich (für mich) von einem Tag auf den anderen von einer überheblichen, gewitzten, Meisterdiebin und -mörderin in eine gebrochene Prinzessin. So fiel es mir dann auch schwer, mit dem Erzählstrang, der sie in Wendlyn begleitet, warmzuwerden. Umso mehr erfreute ich mich an der Hexe Manon und ihren Erlebnissen. Dort gelingt es Maas gut, in die Welt der "Bösen" einzutauchen und die Leser bis zum Schluss des Bandes im Unklaren zu lassen, ob ein Sinneswandel möglich ist. Der dritte und vierte Erzählstrang (Dorian und Chaol in Rifthold) erinnert an die ersten zwei Bände der Serie: Mal plätschernd, mal in Aktion verfallend. Obwohl dieser Band reichlich Überraschungen bot und nett orchestriert war, störte mich ... nunja, eben genau das: Das Orchestriertwerden. Rowans Wandlung vom fiesen Arrogantling in Calaenas Verbündeten war von Anfang an klar - der Vorwand ("Breaking point", um ein Wort der Autorin zu verwenden), wegen dem das letztendlich geschah (die Narben an Calaenas Rücken), war nicht mehr als das: Ein lächerlicher Vorwand. Ebenso enttäuschend war die Auflösung von Calaenas Urtrauma beim Mord ihrer Eltern, wegen dem der Leser seit nun schon drei (oder vier) Bänden auf die Folter gespannt wird: Sie ist deshalb so traumatisiert, weil sich jemand für sie geopfert hat. Na so was! Natürlich opfert sich jemand fürs Leben der Prinzessin. Das war weder überraschend noch beeindruckend und somit eine lame Auflösung...