Good Girl Exit Vom Ende weiblicher Verfügbarkeit von Silvi Carlsson ist ein Sachbuch, das mich immer wieder zum Nachdenken gebracht hat. Es beschäftigt sich mit weiblicher Sozialisation, People Pleasing und der Frage, warum so viele Frauen das Gefühl haben, ständig funktionieren, verständnisvoll sein und es allen recht machen zu müssen.
Besonders gefallen hat mir, dass Silvi Carlsson nie belehrend wirkt. Sie schreibt offen über ihre eigenen Erfahrungen und verbindet sie mit gesellschaftlichen Beobachtungen, wodurch sich vieles erstaunlich greifbar anfühlt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, eher einem ehrlichen Gespräch zu folgen als einem klassischen Sachbuch.
Die Autorin zeigt eindrucksvoll, wie tief Themen wie Selbstwert, emotionale Verfügbarkeit und das schlechte Gewissen beim Nein-Sagen in vielen Frauen verankert sind. Gleichzeitig macht sie Mut, diese Muster zu hinterfragen und den eigenen Bedürfnissen mehr Raum zu geben, auch wenn das nicht von heute auf morgen gelingt.
Das Buch wirkt ehrlich und verspricht keine Patentlösung. Stattdessen lädt es dazu ein, sich selbst aufrichtig zu reflektieren und den eigenen Weg zu finden. Einige Gedanken haben mich noch lange nach dem Lesen begleitet und ich habe mich an mehreren Stellen gefragt, wie oft ich selbst aus Gewohnheit die Erwartungen anderer über meine eigenen Bedürfnisse gestellt habe.
Trotz der ernsten Themen liest sich das Buch sehr angenehm. Persönliche Erlebnisse, psychologische Hintergründe und gesellschaftliche Zusammenhänge greifen gut ineinander, sodass die Inhalte leicht verständlich bleiben, ohne an Tiefe zu verlieren.
Good Girl Exit Vom Ende weiblicher Verfügbarkeit ist für mich ein wichtiges Buch über Selbstfürsorge, Selbstwert und den Mut, Grenzen zu setzen. Es regt zum Nachdenken an, ohne zu urteilen und hinterlässt Denkanstöße, die weit über die letzte Seite hinausreichen.
Von mir gibt es für Good Girl Exit 5 von 5 Sternen.