Originelle Sci-Fi mit spannenden Fragen über Menschlichkeit. Etwas zu lang erzählt, aber insgesamt ein fesselnder Einzelband
Seelen von Stephenie Meyer hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Mit über 900 Seiten ist der Roman ein echter Brocken, und ich bin mir bis heute nicht ganz sicher, wie ich ihn bewerten soll. Trotzdem hatte ich beim Lesen insgesamt viel Spaß.Besonders begeistert haben mich die philosophischen Fragen, die das Buch aufwirft: Was macht einen Menschen eigentlich aus? Wie viel von unserer Identität steckt im Körper und wie viel in unseren Erinnerungen, Gefühlen und Entscheidungen? Gerade die Beziehung zwischen Melanie und Wanda und deren innerer Konflikt stehen dabei im Mittelpunkt und machen die Geschichte besonders.Leider hätte der Roman für meinen Geschmack deutlich kürzer sein können. Rund 300 Seiten weniger hätten der Geschichte vermutlich nicht geschadet. Über weite Strecken passiert nur wenig, da sich die Handlung fast ausschließlich an einem Ort abspielt und viele Ereignisse eher erzählt als direkt erlebt werden. Dadurch entstehen immer wieder Längen.Trotzdem konnte mich die Geschichte mit ihren ungewöhnlichen Ideen und den moralischen Fragen fesseln. Das Ende ist stimmig abgeschlossen und rundet den Einzelband gelungen ab.