Schatten über Linn Ein historischer Kriminalroman vom Niederrhein Wenn das Gesetz schläft, muss die Gerechtigkeit erwachen. Linn, Anno 1388. Nebel kriecht vom Rhein herauf und legt sich wie ein Leichentuch über die befestigte Stadt. Für Hinnerk "Falk" van de Gracht, Veteran der blutigen Flandernkriege und nun Nachtwächter, sollte es eigentlich ein ruhiger Lebensabend werden. Sein einziger Feind ist das Wetter, das in seiner alten Schulterverletzung pocht. Doch die Ruhe endet jäh, als die Leiche eines Kölner Beamten im Burggraben treibt. Es sieht nach einem Unfall aus - doch Falk weiß es besser. Ein stummes, zehnjähriges Mädchen hat den Mord beobachtet und ist nun auf der Flucht vor einem skrupellosen Schatten, der keine Zeugen duldet. Falks Ermittlungen stechen in ein Wespennest aus Korruption und Gier, das bis in die höchsten Mauern der kurfürstlichen Burg reicht. Der "Schwarze Rabe", ein unsichtbarer Schmugglerring, benutzt die Stadt als Umschlagplatz für gestohlenes Kirchengold und hält selbst den Kastellan in einem Würgegriff aus Erpressung und Angst. Als die Obrigkeit versagt und Söldner die Straßen terrorisieren, erkennt Falk, dass er diesen Kampf nicht allein gewinnen kann. Er muss die "Eiserne Reserve" aktivieren: Einen pragmatischen Wirt, der Unordnung hasst, eine junge Schmiedin, deren Stahl so hart ist wie ihr Wille, und eine Handvoll sturer Bauern, die sich nicht beugen. In den Gassen von Linn entbrennt ein Kampf um die Seele der Stadt. Denn wenn die Schatten länger werden, müssen die Wächter der Nacht das Licht entzünden.