Da ich die Romane von Thomas Franke allesamt großartig finde, habe ich mich sehr auf das Erscheinen dieses Buches gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Vielen Dank für diese wunderbare und geheimnisvolle Geschichte. Ich muss zugeben, ich hatte eine ganze Weile Schwierigkeiten, in die Handlung hineinzufinden, das hat aber der Spannung und Lesefreude überhaupt keinen Abbruch getan. Ich habe mich einfach darauf eingelassen und wurde belohnt, als sich zum Schluss alles langsam auflöst; fast wie der Nebel aus dem Buch, wenn er sich lichtet.Jan Petersen steht mit beiden Beinen im Leben und hält den "antiquierten" und etwas weltfremden Glauben seiner Mutter für überholt. Aus Tradition macht er sich dennoch auf den Weg nach Helgoland, um den Geburtstag seiner Großmutter zu feiern. Auf der Fähre begegnet er einem alten, dementen Mann mit seiner Tochter. Dieser scheint in ihm jemanden zu erkennen und als eine junge Frau vor seinen Augen über Bord geht, springt er ihr hinterher. Von da an ist nichts mehr, wie es war. Dass der bereits erwähnte Nebel dabei eine entscheidende Rolle spielt, wird ihm erst viel später klar. Und auch, dass er dem alten Mann viele Jahre zuvor begegnen wird, weiß er in diesem Moment nicht. Auf seiner (Zeit-)reise durch die Epochen kreuzt sich sein Weg immer wieder mit dem von Alva; auch zu dieser hat er eine ganz besondere Verbindung. Das Buch bietet alles für etliche Lesestunden, die einen ganz gefangen nehmen. Natürlich spielt der Glaube eine Rolle und auch Jans tief verborgene Sehnsucht nach dem Sinn des Lebens. Ich kann dieses Buch aus vielerlei Hinsicht empfehlen. Es ist fantastisch, spannend, träumerisch, herzberührend und man lernt auch noch etwas aus der Geschichte unseres Landes. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung.