Michel ist mit dem Wirtshaus aufgewachsen, doch seine eigenen Wünsche sahen ganz anders aus. Schon als Kind musste er dort mithelfen und bekam die Strenge seines Vaters zu spüren. Nur beim Großvater fühlte er sich geborgen. Als junger Mann wollte er sein bisheriges Leben hinter sich lassen. Auch seine Liebe zu Berta spielte dabei eine große Rolle. Doch sein Vater war gegen diese Verbindung.
Viele Jahre später führt Michel den Baum bereits in vierter Generation. Früher war das Wirtshaus der Treffpunkt des ganzen Dorfes. Am großen Tisch wurde erzählt, gelacht, getrunken und über alles Mögliche gesprochen. Inzwischen sind die Gäste weniger geworden und Michel sitzt oft allein in der Gaststube. Dabei denkt er an seine Kindheit, seine Jugend und die Entscheidungen zurück, die sein Leben verändert haben.
Tommie Goerz erzählt von einem Menschen, dessen Vergangenheit ihn nie ganz losgelassen hat. Nach und nach erfährt man mehr über das schwierige Verhältnis zum Vater, die Liebe zu Berta und Michels Versuch, seinen eigenen Weg zu finden. Auch die Schuld, die er in der Ferne auf sich geladen hat, spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie ist einer der Gründe, weshalb er schließlich wieder nach Hause zurückkehrt.
Der Baum ist dabei viel mehr als ein Wirtshaus. Er gehört zur Familiengeschichte und ist eng mit dem Leben der Dorfbewohner verbunden. Früher kamen hier Menschen zusammen, die ihren Alltag miteinander teilten. Man kannte sich, half sich und verbrachte viele Abende gemeinsam. Heute ist davon nur noch wenig geblieben.
Die Sprache ist einfach und passt gut zu Michels Geschichte. Seine Erinnerungen geben nach und nach Einblick in ein Leben, das nicht immer so verlaufen ist, wie er es sich gewünscht hatte. Berta, sein Vater und das Wirtshaus spielen in Michels Leben eine große Rolle. Dazu kommen die Erinnerungen an die Menschen im Dorf und an eine Zeit, in der sich vieles noch ganz anders abgespielt hat.
Michel hat vieles erlebt und nicht alles ist so gekommen, wie er es sich vorgestellt hatte. Manche Dinge aus seiner Vergangenheit lassen ihn bis ins Alter nicht los. Ich habe das Buch gerne gelesen und werde Michel und seinen Baum noch eine Weile in Erinnerung behalten.
Dafür vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.