Wie geht ein Mensch damit um, wenn ein enger, engster Vertrauter stirbt? Valérie Zenatti ist die Übersetzerin (ins Französische) des israelischen Schriftstellers Aharon Appelfeld, den sie verehrt und bis ins Innerste kennt. Gerade auf dem Weg nach Israel, erfährt Zenatti, dass Aharon Appelfeld verstorben ist. Sie unterbricht die Reise nicht, sondern fliegt mit flauem Gefühl nach Israel.Sie erinnert sich an Gemeinsamkeiten, Erlebnisse und Gespräche, an eine tiefe und fruchtbare Freundschaft. Ich habe bisher noch nie ein Buch von Appelfeld gelesen, schon allein diese Passagen regen dazu an, endlich ein Buch von ihm kennenzulernen.Während ich las, geschah das Schrecklichste, was man sich vorstellen kann, Russland überfiel die Ukraine, es ist Krieg, ich konnte es kaum fassen. War ich doch gerade dabei, über die Reise der Autorin nach Czernowitz zu lesen. Czernowitz liegt in der sogenannten Bukowina, im Westen der Ukraine, und hat eine lange jüdische Geschichte und Tradition. Was mag die Autorin heute denken, wenn sie sich an die Reise dorthin erinnert. Vermutlich ist sie erschüttert wie ich.Ich habe dieses Buch sehr gemocht, der Stil gefällt mir und die Emotionen springen über. Klare Empfehlung!#ImBundderLebenden #NetGalleyDE