Sofie, eine stets gut gelaunte Lehramtsstudentin, sieht einem Weihnachtsfest entgegen, das alles andere als festlich wirkt. Ihre Familie, durch Krankheit und Missstimmung belastet, lädt sie kurzfristig nicht ein, und Sofie steht allein da. Da erreicht sie jedoch eine Einladung von ihrem guten Freund Jo: Er schlägt vor, die Feiertage auf dem idyllischen Sonnleitner-Hof in Bayern zu verbringen - fernab vom Trubel der Stadt und umgeben von verschneiten Wiesen, knisterndem Kaminfeuer und der Ruhe eines kleinen Dorfes.Sofies Herz ist hin- und hergerissen. Ihre Freundschaft zu Jo hat im vergangenen Jahr einige Tiefpunkte erlebt, und die Erinnerungen an Konflikte und Missverständnisse liegen noch frisch in ihr. Hinzu kommt, dass sie heimlich Gefühle für ihn entwickelt hat. Würde ein gemeinsamer Aufenthalt alte Wunden wieder aufreißen - oder könnte er der Beginn von etwas Neuem sein?Auf der anderen Seite sehnt sie sich nach unbeschwerten, harmonischen Weihnachtstagen, nach Begegnungen, die gut tun, nach dem Zauber von Schnee und festlich geschmückten Ställen, der Wärme des Lichts und der Möglichkeit, die wahre Bedeutung des Festes zu spüren. Doch kann sie sich auf diese Idylle einlassen, ohne sich von der Vergangenheit einholen zu lassen? Leider konnte die Umsetzung die vielversprechende Ausgangsidee kaum tragen. Die Geschichte ist in Form eines Adventskalenders erzählt, was sich eher wie eine künstliche Verlängerung anfühlt. Obwohl sie als Spin-off zur Buchserie konzipiert ist, wird nichts vorausgesetzt, sodass Einsteiger keinen Nachteil haben - das ist positiv. Dennoch zieht sich die Handlung unnötig in die Länge, ohne dass echte Spannung entsteht. Viele Kapitel wirken als Füllmaterial; manche Tage hätten problemlos entfallen können, da sie kaum zur Entwicklung der Handlung oder der Lovestory beitragen.Zudem stört die übermäßige religiöse Einbettung. Dass die Erzählung in einem christlichen Verlag erschienen ist, erklärt zwar Gebete und Reflexionen, doch deren ständige Wiederholung wirkt unrealistisch und ermüdend - vergleichbar mit unnötig ausgeschriebenen Songtexten in Rockstar-Romanen. Schade, denn die Grundidee war durchaus charmant, und die Lovestory hätte man in kompakter Form deutlich stärker erzählen können, ohne sie künstlich auszuschlachten.