
Internationale Verhandlungen werden von vielfältigen Gerechtigkeitsansprüchen geprägt. Der vorliegende Band zeigt, dass die Bemühung um Fairness auch Ungerechtigkeit hervorbringen kann. Theoretisch führt er Menschenrechte und staatliche Souveränität auf naturrechtliche Traditionen zurück und verwendet die Konzepte des "Gerechtigkeitsmotivs" und der "Justifizierung", um zu erklären, wie Staaten Themen moralisch framen. Empirisch analysiert er UN-Verhandlungen, darunter u. a. den Waffenhandelsvertrag. Dabei wird deutlich, dass Gerechtigkeitsansprüche sowohl Zusammenarbeit ermöglichen als auch Vereinbarungen behindern können, was Gerechtigkeit zu einer zentralen, aber ambivalenten Kraft in der globalen Governance macht.
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