Die Studie analysiert ausgewählte deutschsprachige Satiren, die Figuren des Narren enthalten und den Zeitraum vom 13. bis zum 18. Jahrhundert widerspiegeln. Dadurch sollen der Forschung neue Vorschläge gemacht werden, wie die Satire erfasst werden kann. Die Untersuchung orientiert sich an den Satiretheorien von Ulrich Gaier und Jörg Schönert sowie an der Systemtheorie Niklas Luhmanns.
Im Zentrum stehen folgende Satiren:
Helmbrecht (um 1250 1280),
Des Teufels Netz (um 1414 1420),
Das Narrenschiff (1494),
Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch (1668/9),
Geheime Nachricht von D. Jonathan Swifts letztem Willen (1751 1755) und
Das Leben Junker Hansens, eines Landelmanns (1760). Auf der Basis der vergleichenden Analyse dieser Satiren werden folgende Konstanten für das Satireverständnis gewonnen: 1. Zweckgerichtetheit und Moral, 2. bildungsbedürftiger Mensch und gesellschaftliche Ordnung, 3. Aggression/Negativierung bzw. Missachtung/Verachtung und 4. satirische Markierung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. - 2. Die Untersuchung des satirewürdigen Zustands`. - 3. Systemtheorie als zusätzliches Analysewerkzeug. - 4. Methode, Narrentypisierung und Textauswahl. - 5. Aus Teufelsfängen ins Narrenhaus. - 6. Narren zwischen (moralischer) In- und Exklusion. - 7. Vier Satirekonstanten. - 8. Ein Wort zu Gattung und Schreibweise. - 9. Ausblick.