Als ihr Vater stirbt geht das Haus an den nächsten männlichen Verwandten. Damit stehen die Schwestern Marianne und Elinor Dashwood beinahe mittellos da. Sie müssen mit ihrer Mutter in ein kleines Anwesen ziehen. Und doch scheinen die Schwestern bald ihr Glück zu finden. Die Gefühlvolle Marianne verliebt sich in den lebhaften John Willoughby, während die mehr vom Verstand gesteuerte Elinor anregende Gespräche mit Edward Ferrars führt und langsam beginnt sich Hoffnungen zu machen. Doch beide Schwestern müssen zunächst ein Enttäuschung hinnehmen. Marianne ist zu Tode betrübt und Elinor gibt sich alle Mühe, die Kröte zu schlucken.Anfang des neunzehnten Jahrhunderts kann es schon ein grausames Schicksal bedeuten, wenn Töchter unversorgt zurückgelassen werden. Die jungen Frauen können nicht einfach einen Beruf ergreifen und für ihren Lebensunterhalt sorgen. Letztlich müssen sie darauf hoffen, dass sie heiraten können. Sowohl Marianne als auch Elinor haben erstmal Pech. Marianne muss sich von ihrer ersten großen Liebe verabschieden, letztlich weil sie nicht reich genug ist. Sie fällt emotional in ein tiefes Loch. Elinor, die wesentlich kühler erscheint, muss mit Edwards Geständnis leben, dass er schon verlobt ist. Als sie seine Verlobte kennenlernt, wird das runterschlucken ihrer eigentlichen Reaktion noch schwieriger. Zum 250. Geburtstag der Autorin wurde das Hörbuch für die ARD Audiothek vom bayrischen Rundfunk neu produziert. Gelesen wird das Buch ganz wunderbar von Viola Müller, die einen in die richtige Stimmung versetzen kann. Man kann es richtig nachfühlen, wie Elinor der Hals eng wird, wenn es um Lucy Steele geht. Da möchte man selbst mit den Zähnen knirschen. Natürlich lässt es sich auch nicht vermeiden, dass man an die tolle Verfilmung mit Emma Thompson und Kate Winslet erinnert wird. Es ist so, als ob sich Buch und Film nochmal neu ergänzen und verbinden. Auch wenn man weiß, wie es schließlich ausgeht, empfindet man mit den Schwestern ihre Sorgen, Nöte und die Gemeinheiten, die sie erfahren müssen. Doch es gibt auch die schönen Momente, wenn sie zusammenstehen und ihnen geholfen wird und natürlich das erhebende Happyend.