Der Fall hat Längen, aber einen interessanten Hintergrund. Toll gelesen
Seit dem ersten Band bin ich bei jedem Fall des Donnerstagsmordclub dabei. Gerade nach dem Ausgang des letzten war ich gespannt, wie der Autor das ermittelnde Quartett weiterführt. Im Großen und Ganzen blieb bei dreien der Protagonisten alles beim Alten. Lediglich Elizabeth scheint anfangs die Lust am Ermitteln verloren zu haben. Doch was wären Freunde, wenn sie nicht einen reizvollen Fall finden würden, um sie aus ihrem Tief zu holen. Das gelingt zwar, doch die Stimmung blieb für mich doch stellenweise melancholisch. Natürlich aber nicht durchgehend, denn wie immer gibt es ein witziges Wetteifern mit der Polizei, Kontakte zu gewissen Gefängnisinsassinnen und damit zum kriminellen Untergrund und natürlich die Eigenarten der auf ihre Weise liebenswerten Seniorinnen und Senioren, die noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Im Gegenteil. Gerade in diesem Fall müssen sie sich neben einer Hochzeit mit ganz modernen Methoden der Verschlüsselung beschäftigen, die einen Bekannten das Leben gekostet hat und seine Kollegin nur knapp dem Tod entkommen ließ. Da gibt es einiges zu ermitteln, was mit Bombenbau und Codierung zu tun hat. So spinnt Richard Osman wieder ein interessantes Geflecht, bei dem man sich gespannt an den losen Fäden entlanghangelt, bis man endlich den richtigen gefunden hat. Was daran hängt, ist eine Lösung, die man anfangs auf keinen Fall erwartet und später vielleicht allenfalls mal aufgegriffen und verworfen hat. So wie im Buch die Kapitel einmal vom Erzähler und dann wieder von der liebenswerten Joyce dargeboten werden, wurden die Teile auch im Hörbuch auf zwei verschiedene Sprecher*innen aufgeteilt. Johannes Steck führt dabei schon ganz gut durch die Geschichte, aber das Highlight ist wirklich Beate Himmelstoss mit ihrer Interpretation der Joyce. Deren vermeintliche Naivität und Verkörperung der netten alten Dame bringt sie stimmlich perfekt rüber, so dass es eine Freude ist dem Hörbuch zu lauschen. Auch wenn das Buch stellenweise etwas spannender hätte sein können, reißt es der Hörgenuss wieder heraus. 4 Sterne