Ein Roman, der gute Fragen aufwirft.
Das ist die gewiss rein vordergründige und, wie ich persönlich finde, superspannende Idee des Romans. Man erfährt, in welcher Weise Roboter Adam agiert, denkt, ja auch fühlt und als Gegenspieler erlebt man einen Mann und eine Frau, die ihre Leben mit Adam zu meistern versuchen. Teils erleben sie Adam als hilfreiche Maschine in menschlicher Gestalt, teils überrascht er sie mit seinen ungewöhnlichen Taten und vor allen Dingen Ansichten, aber und das macht die Sache noch spannender, teils erleben sie, wie schwierig ein Zusammenleben ist. Und damit ist jetzt die Oberfläche dieses Romans beschrieben, das allein ist schon recht gut lesbar bzw. wie in meinem Fall, hörbar gewesen. Darunter aber bauen sich zwei sehr unterschiedliche zusätzliche Stränge in diesem Roman auf. Da ist einmal das besondere Problem, ich will hier jetzt nicht zu viel verraten, in welchem Miranda steckt und welches sie dann zu dritt zu lösen versuchen. Und da sind all die ethischen, sozialen, tiefgründigen Fragen, die das Zusammenleben mit einem Roboter aufwerfen, aber erst recht, was passiert, wenn ein Roboter beginnt nach ethischen Motiven zu handeln. McEwan hält uns einen Spiegel vor. Und er lässt uns die bittere Wahrheit erkennen, wie verlogen wir sind, wie sehr wir uns sog. hehres Tun zurechtbiegen, damit es sich in unser jeweiliges Leben schmiegt und nicht zum Störfaktor wird. Insoweit ist dieser Roman, der, soweit es den maschinellen Einsatz von Adam anbelangt, sicherlich bald durch die Realität komplett eingeholt werden wird, dennoch zeitlos, eben, weil er Fragen aufwirft, die uns über Jahrhunderte begleitet haben und auch noch über weitere Generationen begleiten werden.