Ich hatte auf jeder Seite eine Achterbahn der Gefühle
Was man von hier aus sehen kann ist für mich ein außergewöhnliches Buch, das vor allem durch seine Sprache und seine ganz besondere Erzählweise beeindruckt. Mariana Leky findet Worte für Gefühle und Momente, die man selbst oft schwer beschreiben kann. Die bildhafte Darstellung der Figuren, besonders von Selma und Frederik, hat mich sehr berührt. Sie wirken gleichzeitig einzigartig und unglaublich menschlich.Besonders gefallen hat mir die Entscheidung, Namen nicht immer direkt preiszugeben. Dadurch entsteht eine besondere Nähe zu den Figuren, ohne dass sie sofort vollständig erklärt werden. Man lernt sie nicht nur über Fakten kennen, sondern über ihre Handlungen, Gedanken und Eigenheiten. Auch die Art, wie die Zeit im Roman fortschreitet, ist außergewöhnlich gelungen. Die Geschichte erzählt nicht einfach chronologisch, sondern lässt den Wandel des Lebens ganz natürlich spürbar werden.Ein großartiger Kniff ist für mich Alaska, der Hund, der die Geschichte auf eine ganz eigene Weise begleitet. Dass Alaska so lange lebt, könnte in einem anderen Roman unglaubwürdig wirken, doch hier passt es perfekt. Es unterstreicht die besondere Atmosphäre des Buches und gibt der Erzählung genau den richtigen Hauch von Magie und Leichtigkeit.Dieses Buch lebt nicht von großen Wendungen, sondern von den kleinen Momenten, den Beziehungen zwischen Menschen und den Gedanken über Liebe, Verlust und das Leben selbst. Es ist ruhig, manchmal traurig, oft warmherzig und immer außergewöhnlich.Was man von hier aus sehen kann ist für mich ein Roman, der nicht nur gelesen, sondern gefühlt wird. Ein wunderschön geschriebenes Buch, das noch lange nach dem Zuklappen im Kopf und im Herzen bleibt.